St. Elisabeth-Krankenhaus Oberhausen
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Das St. Elisabeth-Krankenhaus Oberhausen wurde 1864 als erstes Krankenhaus auf dem heutigen Stadtgebiet Oberhausens durch eine Oberin der Barmherzigen Schwestern und einen Pfarrer gegründet. Bis 2003 war das Krankenhaus im Besitz der St. Elisabeth-Stiftung Essen und des Deutschen Caritasverbandes, wobei es über die Jahre immer wieder ausgebaut und modernisiert wurde. 2003 wurde das St. Elisabeth-Krankenhaus an die Neue Pergamon Krankenhaus Management GmbH übergeben. 2006 "verschob" es die Geschäftsführung der Neuen Pergamon für einen Euro in eine Holding, um es aus der Konkursmasse der Neuen Pergamon zu lösen. Doch der Insolvenzverwalter der Neuen Pergamon machte diese Aktion rückgängig. (Info des St. Elizabeth-Krankenhauses)
Inhaltsverzeichnis |
Helios-Kliniken seit 1.2.2007
Berlin/Oberhausen/Lengerich 1. Februar 2007 - Das St. Elisabeth Krankenhaus in Oberhausen und das Krankenhaus Lengerich werden künftig von dem privaten Klinikkonzern HELIOS betrieben ....Pressemitteilung vom 1. Februar 2007
Die Zustimmung der Kartellbehörde wurde Mitte März erteilt.
Im Zuge der Integration in die Helios Gruppe wurde das Krankenhaus umbenannt in "Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen".
Siehe auch
Neue Pergamon
Zum 01.03.2003 übernahm die Neue Pergamon Krankenhaus Management GmbH (NPK) alle Anteile des St. Elisabeth-Krankenhauses Oberhausen, an der zuvor zu 98% die St. Elisabeth-Stiftung Essen und zu 2% der Deutsche Caritasverband beteiligt waren.
Es gab seitdem drei Geschäftsführer: G., Günter Hagenhoff (der dann vom 01.01.2006 bis 31.03.2006 die Geschäftsführung im Krankenhaus Rheiderland in Weener besorgte) und nunmehr Ingo Krohn.
Die Belegschaft verzichtete seit dem Betreiberwechsel auf das Weihnachtsgeld 2004, Urlaubsgeld 2005, 67% des Weihnachtsgeldes 2005 und das Urlaubsgeld 2006 (nach AVR), das die Neue Pergamon aufgrund der "wirtschaftlich schwierigen Situation" nicht zahlen konnte/wollte. Verhandlungsführer für die NPK war zuletzt O.
Ergänzung dazu am 18.12.2006: Die zum 01.12.2006 fällige Auszahlung des Weihnachtsgeldes für 2006 (nach AVR) wurde unterlassen. Verhandlungen zwischen Betriebsrat und der Geschäftsführung unter Ingo Krohn gab es diesbezüglich nicht. Der Betriebsrat empfiehlt aber individuelle Geltendmachung der Ansprüche, um zu vermeiden, dass diese verjähren.
Im St. Elisabeth-Krankenhaus Oberhausen sind die Pergis Systemhaus GmbH (für die EDV) und die Genius Catering und Hauswirtschaftliche Dienste GmbH (für Küche und Raumpflege) als Dienstleister tätig. Seit Anfang April 2006 wurde die Pergamon Management GmbH (Geschäftsführer war O.) als Personaldienstleister für alle pflegefremden Berufe etabliert – auch eine Tochter der Neue Pergamon Krankenhausmanagement GmbH.
Ergänzung dazu am 18.12.2006: Die "Pergamon Management GmbH" wurde nunmehr umbenannt in "Pflegezentrum am Teuteburger Wald Lengerich GmbH". Der aktuelle Geschäftsführer dieser Gesellschaft ist den dort Beschäftigten nicht bekannt.
Per E-Mail 12.6.06:
Zwischenzeitlich sind an die Mitarbeiter der gesamten technischen Abteilung des Elisabeth-Krankenhauses Oberhausen (9 Mitarbeiter) betriebsbedingte Kündigungen ergangen. Verdi ist eingeschaltet worden. Die Technik soll von einer Tochterfirma der Pergamon übernommen werden.
Ergänzung 26.6.06:
Laut NRZ vom 6.6.06 existierte zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung eine Vereinbarung, die betriebsbedingte Kündigungen ausschließe. Für diese Zusicherung hätten ArbeitnehmerInnen auf Gehalt verzichtet. Die Neue Pergamon weist die Vorwürfe der Gewerkschaft zurück: Der Kündigungsschutz für die Mitarbeiter des Krankenhauses sei Ende des vergangenen Jahres ausgelaufen, die genannte Betriebsvereinbarung habe aufgrund eines Landesarbeitsgerichtsurteils keine Gültigkeit. "Eine einheitliche Regelung für alle ist demnach nicht möglich", so Krankenhaus-Geschäftsführer Ingo Krohn. "Arbeitsvertragliche Änderungen können nur individuell abgeschlossen werden. Aus diesem Grund haben wir den Mitarbeitern neue, individuelle Vereinbarungen angeboten." Zudem habe man den Betriebsrat eingeladen, im Rahmen einer Strukturkommission über notwendige Maßnahmen zur wirtschaftlichen Sicherung der Klinik zu sprechen, der Betriebsrat habe dieses Angebot jedoch abgelehnt.
Per E-Mail 13.7.06:
Im St. Elisabeth-Krankenhaus Oberhausen (EBK) wurde gerade das jüngste Outsourcing-Projekt beendet: das hausinterne Labor wurde samt Mitarbeitern ausgegliedert - weitere sollen folgen (Röntgen, Physikalische Therapie, Verwaltung, etc.). So sollen langfristig die Arbeitsverträge nach AVR umgangen und damit Personalkosten eingespart werden. Die Arbeit der neun gekündigten Beschäftigten der Haus- und Betriebstechnik soll eine Firma namens Mebitec übernehmen - eine Tochtergesellschaft der NPK.
Reaktion auf die Vorgänge um G.
Gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen wollte sich der als Nachfolger von O. eingesetzte Geschäftsführer der Neuen Pergamon, S.A., zur Zukunft von St. Elisabeth nicht äußern. (WAZ 17.7.06)
Am 27.7.2006 berichtet die NRZ:
Mit sofortiger Wirkung wurde die Styrumer Klinik gestern aus der ... Trägergesellschaft "Neue Pergamon" herausgelöst und in einer Zwischenholding "geparkt". Dadurch konnte ein Notverkauf unter Wert abgewendet werden, der Geschäftsbetrieb kann weiterlaufen und die rund 300 Mitarbeiter brauchen keine Gehaltseinbußen zu befürchten. Gleiches gilt für das Krankenhaus Lengerich. ... Die Holding habe Gesellschafteranteile gekauft, die sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder verkaufen werde.
Die schnelle Herauslösung der neuen Pergamon geschehe, so die NRZ vom 27.7.06, auf Wunsch der Banken und um eine Übertragung der Forderungen gegen die Neue Pergamon auf die Krankenhäuser zu verhindern.
In der Rheinpfalz vom 9.8.06 heißt es demgegenüber, die Gläubiger-Banken seien von den Ausgliederungen der Kliniken beunruhigt ... Sie befürchten, dass vor einem Insolvenzantrag wichtige, einen Wert darstellende Unternehmensteile der potenziellen Konkursmasse entzogen würden. Grundlage für diese Spekulationen ist eine Entscheidung der Klinik-Gesellschaft, nach der Ende Juli die Krankenhäuser Oberhausen und Lengerich aus dem NPK-Unternehmensverband herausgelöst wurden und in eine Zwischenholding überführt wurden. Die NPK begründete ihren Schritt damit, dass auf diese Weise ein Notverkauf der Krankenhäuser unter Wert hätte vermieden werden können und bestehende Schadensersatzforderungen an die NPK nun nicht auch auf die Krankenhäuser übertragen werden könnten. Die Trennung der Kliniken von der Trägerschaft der NPK wurde aber nach RP-Informationen nicht mit allen Gläubigern abgesprochen, was zu Unmut geführt haben soll. Für weitere Irritationen habe der NPK-Interimsgeschäftsführer S.A. gesorgt, der den Kontakt zu einigen Gläubigern habe abreißen lassen. Die Sparkasse Vorderpfalz hatte der NPK die Kredite gekündigt und für Anfang August 2006 eine Forderung on Höhe von 3,5 Millionen € erhoben, die nicht erfüllt wurde. (Die Rheinpfalz 9.8.06)
Die Rheinpfalz 29.11.06:
Besonders für Argwohn hat bei der Stadt [Ludwigshafen] der Verkauf von zwei NPK-Krankenhäusern gesorgt. Die Kliniken in Lengerich und Oberhausen (Nordrhein-Westfalen) gelten als der wesentliche Vermögenswert der bundesweit operierenden NPK-Gruppe. Ihr Wert wird von S.A. auf zehn bis 17 Millionen Euro geschätzt, wie aus dem Protokoll eines Gesprächs zwischen Klinikum, Stadt und NPK hervorgeht, das der RHEINPFALZ vorliegt. Darin heißt es unter anderem: „Die NPK ist nur dann in der Lage, alle ihre Gläubiger zu befriedigen, wenn es gelingt, ihre beiden Kliniken ... erfolgreich zu verkaufen, wobei hierzu ein hoher Verkaufserlös erzielt werden muss". Doch die beiden Krankenhäuser befinden sich seit Juli nicht mehr im Besitz der NPK. Die beiden Kliniken wurden nach RHEINPFALZ Informationen von einer von G. im Juni neu gegründeten NPK-Tochtergesellschaft für jeweils einen Euro an eine Zwischenholding verkauft und damit dem unmittelbaren Zugriff der NPK-Gläubiger entzogen.
Hinter dieser Holding steht die Prange Business Group, für die wiederum der NPK-Interimsgeschäftsführer S.A. als Wirtschaftsanwalt tätig ist. Der Ein-Euro-Deal fand laut S.A. angeblich auf Geheiß der Bank für Sozialwirtschaft, der Hauptgläubigerin der Krankenhäuser, statt. Bei den anderen Gläubigern, die zuvor nicht von dieser Vermögensverlagerung informiert wurden, brach daraufhin Unruhe aus. Die Sparkasse Vorderpfalz, bei der die NPK damals mit rund 3,5 Millionen Euro in der Kreide stand, drehte den Geldhahn zu und forderte ihre Kredite zurück. Der Verkauf ihrer Blutplasmafirma DGH verschaffte der NPK wieder etwas Bewegungsspielraum - bis zum Jahresende wollten die Banken stillhalten. Der Sparkasse wurde als Sicherheit ein Aktienpaket im Wert von 1,1 Millionen Euro an der Eifelhöhen-Klinik AG überlassen.
Gesamteinschätzungen
Dezember 2006
Liebe Leserinnen und Leser!
Ich danke den Verantwortlichen dieser Seite für dieses Angebot. Das Gesundheitswesen ist im Umbruch und wird zusehens Opfer von kurzfristiger Profitgier. Dieses Angebot informiert erstmals annähernd gründlich über die damit verbundenen Umtriebe.
Als langjähriger Mitarbeiter des St. Elisabeth-Krankenhaus Oberhausen muss ich aus Erfahrung sagen: aller caritativen oder religiösen Überzeugung im Handeln zum Trotz steht nun ein unlängst stärkerer Kontrahent gegenüber: die Geldgier - und das ausgerechnet in der Konvergenzphase.
Ich erlaube mir, fortan von uns zu schreiben, weil ich glaube, die allgemein vorherrschende Meinung zu repräsentieren. Bitte verzeihen Sie mir, wenn Sie dem als Kollegin oder Kollege widersprechen.
Ich, als langjähriger Mitarbeiter des Krankenhauses, habe erlebt, dass fachlich inkompetente Finanzjongleure die Kontrolle über das Krankenhaus übernommen haben. Da wurde der Kauf des Hauses per Kredit finanziert, den das Haus aufgenommen, und dem Käufer überlassen hat. Bewirtschaftung und Tilgung des Kredits besorgte man vor allem durch Einsparungen der Urlaubs- und Weihnachtsgeldzahlungen an die Belegschaft, aber auch durch Einsparungen in der Pflege, sowie Aufschub nötiger Investitionen oder Reparaturen. Die Beschäftigten haben also weitestgehend den Kauf des Hauses bezahlt, ohne Eigentümer zu werden. Dabei wurde wohl kalkuliert auf die Angst der Angestellten gesetzt, ihre Jobs zu verlieren.
Dieses Haus funktioniert. Das Vorjahresergebnis wurde um knapp 10 Prozent übertroffen - bei weniger und teils auch weniger qualifizierten Beschäftigten. Aber das Ende der verträglichen Kosteneinsparungen scheint nun erreicht und der Investitionsstau wird zunehmend größer. Bei weiteren Sparmaßnahmen drohen Auswirkungen auf die Behandlungsmöglichkeiten und damit auf unsere geschätzten Patienten.
Vielleicht wird auch dieses, unser Haus demnächst Opfer kurzfristiger Profitinteressen Dritter, die nicht einmal wissen, was wir eigentlich tun, was uns täglich beschäftigt und antreibt - nämlich das Wohl und die Gesundheit unserer Patienten, für die wir seit 1865 einstehen.
Wir wollen weiter machen. Wir wünschen uns einen Investor, der mit uns den Weg in die Zukunft geht. Wir können und wollen unseren Patienten die bestmögliche medizinische Behandlung zuteil werden lassen und nicht unseren Betreibern zu mehr Wohlstand verhelfen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen eine besinnliche Weihnachtszeit und ein gesundes, erfolgreiches neues Jahr! Ich freue mich auf Ihre Beiträge.
Betriebsgruppen
Siehe auch
Hinweis: Personennamen wurden gekürzt - auch innerhalb von Zitaten.

