Personalabbau

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Infos und Berichte zum Thema "Personalabbau".


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November 2007: Unterschriftenaktion gegen Personalabbau in der Pflege

LabourNet Newsletter 26.11.07:

„Wir fordern die Bundesregierung und die politisch Verantwortlichen in den Ländern auf: Stoppen Sie den Personalabbau in der Pflege. DBfK und ver.di mit Unterstützung des Deutschen Pflegerats protestieren mit einer bundesweiten Unterschriftenaktion gegen Stellenabbau und unzumutbare Arbeitsbedingungen. Wer Kranke und Pflegebedürftige versorgt, darf nicht selbst krank werden durch unerträgliche Belastungen bei der pflegerischen Arbeit. Wir fordern: Schluss mit dem Sparen auf unsere Kosten. Hohe Pflegequalität durch mehr und gut qualifiziertes Pflegepersonal! Den Pflegenotstand können wir nur gemeinsam abwenden.“ Die Hauptseite der Kampagne mit einer Unterschriftenaktion. Unter Downloads finden sich weitere Materialien http://www.pflege-uns-reichts.de/main.php

Dezember 2007: Mehr PatientInnen unzufrieden mit personeller Ausstattung

Aus dem Newsletter vom 7.12.07 der Ver.di Betriebsgruppe Knappschaftskrankenhaus Sulzbach:

Die Kritik der Bundesbürger an der personellen Ausstattung in deutschen Krankenhäusern wächst. Dies ist ein Ergebnis des zweiten MLP Gesundheitsreports, einer repräsentativen Umfrage des Finanzdienstleisters MLP in Kooperation mit dem Institut für Demoskopie Allensbach. Von rund 1.900 Befragten gaben 53 Prozent an, dass ihrer Erfahrung nach Ärzte in Krankenhäusern zu wenig Zeit für den einzelnen Patienten haben. 1995 war noch weniger als ein Drittel der Patienten zu diesem Urteil gekommen. Mehr als 40 Prozent halten zudem das Pflegepersonal für überlastet und überfordert; 37 Prozent bemängeln, dass grundsätzlich zu wenig Pflegepersonal in den Krankenhäusern zur Verfügung steht.
© Krankenhaus Umschau, Link: http://www.ku-online.de/pub/index.php?mid=257&aid=4302

Sicherheit

Sicherheit von Pflegekräften

Studien zufolge (Clark Clarke, Sloane and Aiken 2002; Grosch et al. 1999) können schlechte Personalausstattung und Arbeitsorganisation die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen bei Pflegekräften, z.B. an Nadeln, verdoppeln.

Quelle

Sicherheit von PatientInnen

Tagesspiegel 7.7.07:

Personalmangel wirkt sich auf die Patientensterblichkeit in einer Klinik aus. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Florence Nightingale School of Nursing am King’s College in London. Die Forscher untersuchten die Daten aus den Jahren 1998 bis 1999 von 120 000 Patienten und 4000 Krankenpflegern in 30 englischen Hospitälern. Die Todesrate in Kliniken, in denen nur wenige Krankenschwestern die Patienten versorgen, ist um 26 Prozent höher als in Hospitälern mit guter Personalaustattung. Auch in Berlin haben viele Kliniken aus Kostengründen die Zahl der Pflegekräfte reduziert. Trotzdem liegt die Personalausstattung immer noch leicht über dem Bundesschnitt.

Obiger Artikel ist ein Interview mit der Studienleiterin, Anne Marie Rafferty.


Die unabhängige, nichtkommerzielle Gemeinsame Kommission zur Akkreditierung von Gesunheitsorganisationen (Joint Commission on Accreditation of Healthcare Organizations - JCAHO), die in den USA Gesunheitsorganisationen auf die Einhaltung von Mindeststandards prüft, berichtete 2002, dass Personalabbau in den US-Krankenhäusern für PatientInnen lebensbedrohlich ist. Die JCAHO registrierte in den Jahren 1996 bis 2001/02 insgesamt 1.609 Berichte von Krankenhäusern über Todesfälle und Verletzungen bei PatientInnen. In 24% der Fälle spielte laut JCAHO Personalmangel eine Rolle.


Siehe auch

Zahlen

Anzahl der Pflegekräfte

Durchblick - Zeitung der ver.di-Vertrauensleute im Knappschaftskrankenhaus Sulzbach Nr. 123 - 1.10.2007:

Zahl der Pflegekräfte sinkt

In Deutschland ist erstmals die Zahl der Vollkräfte im Pflegedienst in den Krankenhäusern auf unter 300.000 gesunken. Vollkräfte, das sind alle Beschäftigten, umgerechnet auf Vollzeitstellen, die im Jahresdurchschnitt tätig waren. Mit 299.214 waren das im Jahr 2006 rund 50.000 Pflegekräfte weniger als vor 10 Jahren. Der höchste Wert von über 350.000 Pflegekräften war im Jahr 1995 zu verzeichnen und kann u.a. auf die Wirkung der seit dem 1. Januar 1993 gesetzlich verankerten Pflege-Personalrechnung (PPR) zurückgeführt werden. Die PPR führte demnach zu einem deutlichen Personalaufbau, der jedoch nach der Aussetzung und späteren ersatzlosen Streichung der PPR im Rahmen des 2. GKV-Neuordnungsgesetzes (Ende 1996) wieder vollständig abgebaut wurde. Mittlerweile liegt der Personalbestand unterhalb des Standes von vor der Einführung der PPR.

Auch insgesamt sinkt die Zahl. Waren es 1996 noch 880.000 Vollkräfte, so wurde der bisherige Tiefststand 2005 mit 796.097 Vollkräften erreicht. Im Saarland haben wir dieses Jahr beim Pflegedienst einen erneuten Rückgang von 1,2 Prozent. Wir haben jetzt noch 4.858 Kräfte. Der Rückgang des Pflegepersonals geht mit einer zunehmenden Belastung der Berufsgruppe einher. Die Arbeitszufriedenheit in der stationären Krankenpflege sinkt. Arbeitstempo, Leistungsdruck und Sorgen um den Arbeitsplatz haben zugenommen, wird im aktuellen Krankenpflegereport der Berufsgenossenschaft und Wohlfahrtspflege festgestellt. Gemeinsam mit der DAK hatten sie herausgefunden, dass die Möglichkeiten, Arbeitsabläufe bei der Pflege mitzugestalten, in ihrer Untersuchung 2005 gegenüber 1999 deutlich schlechter geworden seien. Insgesamt sei die Arbeitszufriedenheit zurückgegangen. Insgesamt ist in den letzten zehn Jahren die Zahl der Krankenhäuser von 2.269 auf 2.100 zurückgegangen. Die Zahl der Betten wurde von 593.743 auf 510.538 reduziert. Die Fallzahl stieg mäßig von 16,17 auf 16,82 Mio. Sie hatte ihren Höchststand mit 17,43 Mio. im Jahr 2002.


Siehe auch

Vergleich private/öffentliche Träger

Nils Boehlke: "Die Kliniken gehen am Stock!" in "Sozialismus" 10/2007:

Während sich in einem öffentlichen Krankenhaus durchschnittlich eine Kraft um 164 Betten kümmern muss, hat sein/e Kollege/in in einem privaten Krankenhaus 208 Betten zu versorgen. [Statstisches Bundesamt: Grunddaten Krankenhäuser 2005, Wiesbaden]

Kann das stimmen?

Siehe auch

Persönliche Werkzeuge