Mecklenburg-Vorpommern
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Inhalt
Mai 2010
Lohnkonkurrenz bei Klinik-Wäschereien
Die Arbeiterinnen und Arbeiter der Wäscherei Berendsen in Glückstadt (bei Hamburg) hatten bereits im Juni 2009 erfolgreich gestreikt: Der Arbeitgeber wollte die Löhne um 20 Prozent senken, was verhindert werden konnte. Nun ging aber die Ausschreibung der Landeskliniken Kiel und Lübeck an die preiswertere Konkurrenz in Rostock, die weit unter 7 Euro die Stunde zahlt. In Glückstadt sind es noch 9 bis 11 Euro. Die Landesregierung betont zwar, die Erhaltung der Arbeitsplätze in Glückstadt sei wichtig - jedoch sei sie durch die Ausschreibungsregeln gezwungen, das billigere Angebot zu nehmen. In der Fabrik arbeiten zu 80 % Frauen, die Belegschaft ist bereits in den letzten Jahren stark geschrumpft. Nach der Besetzung übers Wochenende berät die Belegschaft über einen Hungerstreik.
Während im Kieler Landeshaus die Parlamentarier über die Zukunft des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) stritten, demonstrierten draußen Beschäftigte der Wäscherei Berendsen in Glückstadt, deren Löhne von durchschnittlich 9,54 Euro pro Stunde dem UKSH zu hoch waren - der Auftrag wurde nach Mecklenburg-Vorpommern vergeben. Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) erklärte das gestern für richtig: Bei "aller Sympathie mit den Angestellten" könne bei öffentlichen Aufträgen nicht gegen geltendes Recht verstoßen werden, der billigste Anbieter erhalte den Zuschlag.
Siehe auch
- Norddeutsche Rundschau 26.4.2010: Berendsen-Belegschaft besetzt Betrieb
- Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

