Initiative DKP-BetriebsInfo Klinikum Bremen-Ost und Gesundheit Nord gGmbH
Aus PrivatisierungsWiki
Kurzlink auf diese Seite: www.ungesundleben.org/dkp-betriebsinfo
Guten Tag und Willkommen auf der Homepage des Betriebsinfo`s der DKP Bremen für die Kolleginnen und Kollegen im KBO & in der Gesundheit Nord gGmbH
Die Perspektiven für ein menschenwürdiges und modernes Gesundheitswesen leiten sich ab von unseren Grundsätzen und gesundheitspolitischen Prinzipien. Sie sind für uns eng verbunden mit unserem allgemeinen sozialistischen Ziel.
Wir Kommunistinnen und Kommunisten wollen ein Gesundheitswesen als integralen Bestandteil einer fortschrittlichen Gesellschaft, in welchem das kapitalistische Profitsystem nicht mehr im wahrsten Sinne des Wortes über das Wohl und Wehe der Menschen entscheidet. „Wirklicher Fortschritt ist nicht Fortgeschrittensein, sondern Fortschreiten. Wirklicher Fortschritt ist, was Fortschreiten ermöglicht oder erzwingt.“(Bertold Brecht)
Das Betriebsinfo
Für die Kolleginnen und Kollegen aus dem KBO und der Gesundheit Nord
Nachrichten aus Betrieb & Gewerkschaft. Gesundheitswirtschaft, Politik & Kultur.
Redaktion: Genossinnen und Symphatisanten der Deutschen Kommunistischen Partei aus dem Klinikum Bremen-Ost und der Gesundheit Nord
Herausgeberin: Deutsche Kommunistische Partei Bremen - V.i.S.d.P.: Uwe Hinken, Bremen
KONTAKT: Katrin Alapas: E-Mail: mailto:betriebsinfo@googlemail.com
oder: betriebsinfo Postfach 210 330, 28233 Bremen
BetriebsInfo Januar 2010
- Gesundheit Nord gGmbH ist saniert
- Reinigungskräfte der GeNoDL werden erneut benachteiligt
- dies alles und noch viel mehr im
Lest mehr in der Betriebsinfo Januar 2010!
BetriebsInfo März 2010
- KollegenProtest am 9. März in Bremen
- Nachlese zum 100. Internationalen Frauentag
- 100.000 Pflegestellen in den letzten 15 Jahren abgebaut
- Das neue Leit(d)bild der Gesundheit Nord gGmbH
Lest mehr im Betriebsinfo März 2010!
BetriebsInfo zum 1. Mai 2010
- Schlaglichter zur Beteiligung an den 1. Mai-Demonstrationen der Gewerkschaften in Bremen und Bremen-Nord
Lest mehr im Betriebsinfo Mai 2010!
BetriebsInfo 40 - Juli 2010
- Nach dem Fall der Kopfpauschale will die Bundesregierung 4 Mrd. Euro im Gesundheitsetat kürzen
- Schwarz-Gelb muss weg!
- Vorstellung der "Arbeiterfotografie Nr. 92"
- Schlaglichter
- Lest mehr im Betriebsinfo Juli 2010!
Termine
Für Ver.di-Vertrauensleute, Ver.di-Mitglieder und Interessierte im Klinikum Bremen-Ost:
Jeden dritten Mittwoch im Monat findet die ver.di - Vertrauensleute-Sitzung im K2 um 14.30 Uhr statt.
Nachrichten aus Betrieb und Gewerkschaft
Krank, und immer erreichbar
20.07.10: Das Gesundheitsministerium hat die Entwicklung der Krankentage im ersten Halbjahr 2010 veröffentlicht. Mit 3,58 Prozent ist der Krankenstand weiterhin niedrig, aber so hoch wie seit 2005 nicht mehr. Damit setzt sich der Trend aus 2009 fort (3,4 Prozent) und setzt eine eigentlich etablierte Regel außer Kraft, wonach der Krankenstand im Aufschwung hoch und in der Rezession niedrig ist. Weiter zugenommen haben Fehltage aufgrund psychischer Leiden. Nach Angaben der AOK waren psychische Erkrankungen im Jahr 2009 für 8,6 Prozent aller krankheitsbedingten Fehltage verantwortlich. Die meisten Fehltage gingen allerdings im vergangenen Jahr auf das Konto von Muskel- und Skeletterkrankungen (23 Prozent). Es folgen Krankheiten der Atemwege (14 Prozent) und Verletzungen (12,3 Prozent). Psychische Erkrankungen folgen auf dem vierten Platz, gefolgt von Herz-Kreislaufleiden (6,8 Prozent). Allerdings sorgt eine psychische Krankheit im Schnitt für besonders viele Fehltage. Die Fehlzeit war mit im Schnitt 22,6 Tagen je Fall so lang wie bei keiner anderen Erkrankung. Und sie nehmen dramatisch zu: seit 1998 haben psychische Erkrankungen um 82,6 Prozent zugenommen.
Wenige Mitarbeiter, mehr Aufgaben, Druck vom Chef und Angst um den Arbeitsplatz: Viele Menschen in halten den Stress im Job nicht mehr aus. Und jeder Krankheitsfall löst bei den KollegInnen die Sorge aus, wie die zusätzliche Arbeit bewältigt werden soll.
Studien zeigen, dass die durch Blackberry und iPhone forcierten Belastungen zu psychischen Erkrankungen, burn-out und innerer Kündigung führen. Durch Internet und Handy werden die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verwischt. Zwei Drittel aller Beschäftigten sind auch nach Büroschluss regelmäßig für Kunden, KollegInnen oder den Chef erreichbar. Das Verschwinden der Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit wird von den meisten Betroffenen mit gemischten Gefühlen gesehen. Bitkom, der Verband der Informations- und Kommunikationsindustrie behauptet, dass nach einer von ihm durchgeführten Untersuchung für 31 Prozent der Befragten die positiven Seiten überwiegen würden, für nur 16 Prozent die negativen.
Die jüngste Veröffentlichung des Gesundheitsministeriums und die Untersuchung der AOK belegen unabhängig vom subjektiven Empfinden, dass diese erwünschte Erreichbarkeit und Einsatzbereitschaft rund um die Uhr zu hohen gesundheitlichen Belastungen führt.
Fast jeder zweite Beschäftigte leidet stark unter Hektik, Zeit- und Termindruck am Arbeitsplatz und klagt über massive Erschöpfungszustände; 5,6 Mio. Erwerbstätige „arbeiten an der Grenze der Leistungsfähigkeit“. Nur 50% aller Erwerbstätigen gehen davon aus, dass sie ihre Tätigkeit bis zum Rentenalter werden ausüben können. (nach Dieter Sauer, Ende der Maßlosigkeit? Leistungspolitik in der Krise).
Im Krisenjahr 2009 ist die Arbeitszufriedenheit rapide gesunken. Nur noch rund 46 Prozent sind mit ihrer Arbeit zufrieden. Im verangegangenen Jahr lag diese Zahl noch bei knapp 77 Prozent. (Hochschule für Oekonomie & Management, Stuttgart)
„Heute treten die tatsächlich existierenden objektiven Widersprüche schärfer hervor, die soziale Ungleichheit wächst, der Schein „zerbricht“ und die versprochene Partizipation wird weitgehend als fiktiv erfahren, die selbstständige Arbeit findet in tausend Formen neuer Abhängigkeit statt. Die Informations- und Wissensarbeit in den netzwerkartig organisierten Unternehmen entpuppt sich für wachsende Teile der Beschäftigten als digitaler Taylorismus; ständig gehetzt von nicht einzuhaltenden Terminen. Selbstorganisation und selbstauferlegter Zwang zur Arbeit ersetzen die Überwachung von außen. Sie sind gezwungen, Flexibilitäts- und Effizienzanschauungen, unternehmerisches Denken in ihre eigenen Denk- und Handlungsmuster zu verinnerlichen. Statt des Kampfes gegen die betriebliche Hierarchie führt der Arbeiter den Kampf mit sich selbst um seine eigenen Fähigkeiten und seine Zeit. In diesem Klima fühlen sich die Menschen dauernd überfordert und verunsichert. Die Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit verschwinden immer mehr. Die Verhältnisse zwischen Unabhängigkeit oder Selbstständigkeit und Unterwerfung werden neu geordnet.“ (aus „Der Weg aus der Krise: Der Mensch geht vor Profit - den Kapitalismus überwinden“)
Verunsichert, überfordert, erschöpft und überschuldet – frei, flexibel und fertig von der Arbeit, das ist die Lebenssituation immer größerer Teile der Bevölkerung. Aber sie sind zu erschöpft, um sich selbst durch kollektives Handeln aus der Krise herauszuarbeiten. Nach einer Untersuchung des Bielefelder Konfliktforschers Wilhelm Heitmeyer sind immer mehr Menschen „hoffnungslos und utopielos unzufrieden“.
Um diese Hoffnungslosigkeit zu durchbrechen müssen die linken Kräfte daran arbeiten: 1. die Hoffnung auf die Veränderbarkeit der Welt wieder herzustellen, 2. die Neugier auf eine selbstbestimmtes Leben jenseits des Kapitalismus wieder zu wecken und 3. eine gesellschaftliche und politische Kraft zu formieren, der zugetraut wird, dieses alternative Projekt zu realisieren. Wenn dies nicht erfolgt, dann bilden Resignation und politische Frustration den Boden, auf dem die extreme Rechte und rechtspopulistische Kräfte gedeihen können. Aber noch fehlt es sowohl an einem gemeinsamen politischen Projekt der Veränderung, wie es auch an einer kämpferischen Arbeiterbewegung und an stabilen Bündnisstrukturen zwischen Bewegungen und den linken Parteien und den Linken in den Parteien fehlt.
text: lm
- Quelle: www.kommunisten.de
Gerechte Gesundheitspolitik geht anders
29.06.2010: Die Unternehmer und ihre Hilfstruppe FDP wollen das System der gesetzlichen Krankenversicherung zerschlagen und mit einer Kopfpauschale die weitere Umverteilung von unten nach oben anschieben. Das Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, eine Propagandaabteilung der "Arbeitgeber", rechnete laut Medienberichten vor, der Staat spare 4,5 Mrd. bei einer Kopfpauschale von 250 Euro. "Gerecht geht anders", sagt da ver.di und ruft für den Herbst zu umfangreichen Aktionen gegen den Sozialabbau und das Sparpaket der Bundesregierung auf. Andere Gewerkschaften mobilisieren ebenfalls.
Bei einer "Gesundheitspauschale" von 250 Euro würden arbeitende Versicherte mit weniger als 3.150 Euro Bruttoverdienst mehr als bisher zahlen. Geringverdiener unter 1.515 Euro Brutto bekämen einen staatlichen Zuschuß. Das würde sie zwingen, sich einem Hartz-IV-ähnlichem demütigendem Verfahren zu unterwerfen. Wer aber z.B. 1.520 Euro monatlich verdient, bezahlte statt bisher 120 nun runde 130 Euro mehr ohne Ausgleich.
Beim steuerlich Ledigen fiele das Netto von mageren 1.075 Euro auf 945 und damit noch unter den Pfändungsfreibetrag. Institutschef Hüther nennt das als "ökonomisch geboten und verteilungspolitisch sinnvoll". Danke für die klaren Worte! Ist es Satire, wenn er das jetzige System als ungerecht bezeichnet, da es Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze, aus selbständigem Nebenerwerb, Vermietung und Verpachtung sowie aus Kapitalvermögen nicht berücksichtige? Wo doch sein Vorschlag heute noch berücksichtigte Verdienste unterhalb der Bemessungsgrenze beitragsfrei stellen würde.
Auf der ver.di-Seite www.gerecht-geht-anders.de liest man: "Im Ergebnis ein weiteres Schnäppchen für die Besserverdienenden und eine neuerliche Mehrbelastung für Geringverdiener. Und das genau ist die Leitidee der schwarz-gelben Gesundheitspolitik: die Kostenlasten nach unten verteilen." Und weiter: "Solidarität im Gesundheitswesen heißt: Die Starken stehen für die Schwachen, die Gesunden für die Kranken mit ein. Dieses Prinzip will Schwarz-Gelb beiseite schieben. Dann wird es noch mehr Gesundheitsleistungen geben, die sich die einen leisten können – und die anderen eben nicht. Das nennt Ihr gerecht?"
Ob die weitere Umverteilung von unten nach oben, ob das CDU/CSU/FDP-Programm zur Finanzierung der Bankenrettung zu Lasten der Armen – euphemistisch Sparprogramm genannt – gestoppt werden können wird stark davon abhängen, ob die Gewerkschaften ihre Kraft in die Waagschale werfen. Die gewerkschaftlich organisierten Mitglieder der DKP werden sich in Betrieben und Wohngebieten nach Kräften in die Herbstaktionen der Gewerkschaften einbringen.
- Quelle: www.Kommunisten.de
- siehe auch: BetriebsInfo Nr. 40 / Juli 2010
Erich Schreier: Erfolgsprämien für die Chefs - Zusatzbeiträge für die Mitglieder
Für Krankenkassenvorstände steigen die Gehälter und Bonusgelder Krankenkassenbosse verdienen gut, obwohl immer wieder behauptet wird, dass die Krankenkassen nicht genügend Geld hätten, um ihre Mitglieder so betreuen und versorgen zu lassen, und man sparen, sparen, sparen müsse. Die Chefs der Krankenkassen dagegen erhalten Gehälter und Bonusgelder, die nicht gerade zeigen, dass "es den Krankenkassen schlecht" geht.
Norbert Klausen, Chef der Techniker-Krankenkasse (TK), sein Grundgehalt stieg 2009 um 25 000 Euro auf 271 000 Euro. Der Kassenvorstand bezeichnete die Erhöhung als "sehr angemessen". In der Alten- und Krankenpflege gibt es einen Mindestlohn von 7,50 Euro in den neuen Bundesländern und 8,50 Euro in den alten Bundesländern. Um 271 000 Euro zu verdienen, muss man wohl so einige Jahre seines Lebens dafür schuften.
Die DAK, die seit Februar einen monatlichen Zusatzbeitrag von 8 Euro kassiert, zahlt DAK-Chef Herbert Rebscher im Jahr 235 000 Euro und die Chefin der Barmer Ersatzkasse, Birgit Fischer, erhielt 2009 eine Gehaltserhöhung von 4 000 Euro und kann sich über ein Grundgehalt von 203 000 Euro erfreuen. Helmut Platz, der oberste AOK-Boss in Bayern bekam zu seinem Gehalt von 176 000 Euro einen zusätzlichen Bonus von 50 820 Euro. Herbert Reichel, er steht an der Spitze des AOK-Bundesverbandes hat ein Grundgehalt von 170 000 Euro und kassiert 20 Prozent Erfolgsprämie. Wofür?
Rolf Steinbronn, Leiter der AOK Plus für Sachsen und Thüringen hat ein Gehalt von 179 000 Euro und bekam dazu im vergangen Jahr eine Erfolgsprämie von 47 880 Euro. Beim BKK-Landesverband Nordrhein-Westfalen erhielt Vorstand Jörg Hoffmann zu seinem Gehalt von 175 000 Euro noch einen Bonus von 45 000 Euro. Hinzu kommen noch Leistungen für die Altersversorgung.
Der ehemalige Chef der bayerischen AKO erhält 60 Prozent des Grundgehaltes als Rente, und das sind 105 000 Euro im Jahr. Ein Kommentar dazu ist überflüssig und wenn die Kassen schon sparen müssen, dann dort anfangen, wo sie zu viel an Gehältern und Prämien zahlen und nicht die Gebühren erhöhen.
Dagegen müssen wir uns wehren - da müssen unsere Gewerkschaften aktiv werden - damit uns nicht noch der letzte Cent aus der Tasche gezogen wird, um horrende Gehälter und Prämien zu zahlen.
Lieder / Videos
Fortschrittliche Musik erhältlich bei:
http://www.neue-impulse-verlag.de/cms/website.php
Der Buch-Tipp
Editorial - A-free-ca – Grenzen der Befreiung
Dieses Jahr 2010 ist für Afrika kein Jahr wie jedes andere. Nicht nur wegen des Großevents Fußballweltmeisterschaft in Südafrika, das über den Sport hinaus für mehr öffentliches Interesse an dem Land und dem Kontinent gesorgt hat.
Ende 2010 finden auch zwei internationale „linke Familientreffen“ in Südafrika statt: die Weltfestspiele der Jugend und Studenten und eine Konferenz der kommunistischen und Arbeiterparteien.
Aber vor allem: 1960 - also vor runden 50 Jahren – war das Jahr der großen Befreiung. Allein 18 Kolonien erkämpften 1960 ihre nationale Unabhängigkeit von ihren europäischen Unterdrückern. Einzig das faschistische Portugal verteidigte seine Besitztümer mit aller Gewalt und zwang den Befreiungsbewegungen in Angola, Mosambik und Guinea- Bissau einen mehr als zehnjährigen Krieg auf, der erst 1974 mit der Nelkenrevolution in Portugal endete. In den weißen, formal von Europa unabhängigen Siedlerkolonien gelang die Befreiung von rassistischer Herrschaft noch viel später: in Simbabwe 1980, in Namibia 1990 und in Südafrika 1994.
Also Gründe genug, in diesem Jahr etwas genauer auf das post-koloniale Afrika zu schauen, hinter Klischees und Vorurteile. Zu bilanzieren, was aus „nationaler Unabhängigkeit“ im Einzelnen geworden ist, können und wollen wir allerdings nicht leisten. Allgemein ist richtig: die Auswirkungen kolonialer Eroberung und Herrschaft ließen sich durch die Befreiungsbewegungen des 20. Jahrhunderts nicht rückgängig machen. Was die ehemaligen Kolonialherren zu allererst ihren ehemaligen Knechten anlasten. Wir nicht.
Wir wollen insbesondere jüngeren LeserInnen helfen, Afrika und seine Gegenwarts pro - bleme nicht durch die europäische Brille zu sehen und (falsch) zu bewerten, sondern die vielfältigen Fernwirkungen kolonialer Herrschaft zu berücksichtigen und damit verbundene Grenzen der Befreiung besser verstehen zu lernen. Darum haben wir uns vorrangig um Beiträge von afrikanischen AutorInnen bemüht.
Die Beiträge dieses Schwerpunktes betrachten wir als Einstieg, eigene „weiße Flecken“ bezüglich des schwarzen Kontinents zu füllen. Die in unserem Verlagsflyer empfohlenen Bücher zum Thema sollen zu weitergehender Beschäftigung anregen. Und als Beitrag prak tischer Solidarität bitten wir alle unsere LeserInnen, die Unterschriften-Aktion für die Entschädigung der Apartheid-Opfer von Daimler und Rheinmetall zu unterstützen.
Bestellungen sind an den Neue Impulse-Verlag zu richten
Jan Zweyer: Franzosenliebchen und Goldfasan
Franzosenliebchen: Weimarer Republik, Januar 1923: Keine zwei Wochen ist es her, dass die Franzosen wegen ausstehender Reparationsleistungen das Ruhrgebiet besetzt haben, da wird die Deutsche Agnes Treppmann ermordet. In unmittelbarer Nähe der Leiche findet sich ein französisches Armeekoppel. Für die Herner Nachbarschaft der Toten und die Polizei ist damit klar, französische Soldaten haben die junge Frau erwürgt. Doch die Gerichtsbarkeit steht unter Aufsicht der Besatzer und das Militärgericht spricht die in Verdacht geratenen Männer frei. In Berlin will man das nicht auf sich sitzen lassen. Die oberste Polizeibehörde schickt Peter Goldstein, der fließend Französisch spricht, an die Ruhr, damit er die Mörder überführt. Kein ungefährlicher Auftrag, denn sowohl die Besatzer als auch die heimlichen Widerstandskämpfer werden auf Goldstein aufmerksam ...
Goldfasan: Hauptkommissar Peter Goldstein arrangiert sich mit den Nazis: Schon sehr frühzeitig verkürzt er seinen Namen auf Golsten und tritt nicht nur der Partei bei, sondern um der Karriere willen sogar der SS. Aktuell hat Golsten den Auftrag, sich den Haushalt von Walter Munder, dem stellvertretenden Kreisleiter der NSDAP in Herne, anzusehen. Dessen polnische Haushaltshilfe ist verschwunden, was erst mit zwei Tagen verzögerung gemeldet worden ist. Ohne es zu ahnen, sticht Golsten mit seinen Befragungen in ein Wespennest. Und noch etwas ahnt Golsten nicht: Sein eigener Schwiegervater bietet in dem gemeinsamen Wohnhaus einem Juden Schutz vor den Nazis
Jan Zweyer, geb. 1953 in Frankfurt am Main, lebt schon seit vielen Jahre in Herne. Sein halbes Leben war er in unterschiedlichen Funktionen bei verschiedenen Industrieunternehmen beschäftigt, heute ist er freier Schriftsteller. Nach zahlreichen zeitgenössischen Kriminalromanen erschien 2007 das erste Buch der geplanten Trilogie um Peter Goldstein, das zur Zeit der Weimarer Republik spielt: Franzosenliebchen. Mit Goldfasan erschien der zweite Band, der sich mit der Zeit im Faschismus auseinandersetzt.
Bestellungen sind an den Neue Impulse-Verlag zu richten
Nachrichten aus Gesundheitswirtschaft, Politik & Kultur
Christel Wegner:
Fachkräftemangel in der Pflege
Dumpinglöhne haben Beschäftigte verschlissen Jahrelang wurden die Mahnungen von Pflegenden, Berufsverbänden und Gewerkschaften ignoriert: Pflegeberufe sind unattraktiv durch schlechte Bezahlung, Arbeitsbedingungen und -belastungen, geringe Wertschätzung der Leistungen. Schon heute fehlen 50 000 Fachkräfte in der Altenpflege, politische Fehlsteuerung ließ die Anforderungen durch den demografischen Wandel völlig außer acht. Nun meldet sich ausgerechnet einer mit dem Ruf nach der Einführung einer "Greencard" für ausländische Pflegekräfte zu Wort, nämlich der Chef des Arbeitgeberverbands Pflege, der die Ursachen für den Fachkräftemangel mit zu verantworten hat. Durch Personalabbau, Tarifausstieg und Dumpinglöhne hat man die Pflegekräfte verschlissen und um jeden Preis versucht, auch noch die kleinste Effizienzreserve zu erschließen.
Der Arbeitgeber-Chef fordert zudem, die "Greencard" "ohne bürokratische Auflagen, wie perfekte Sprachkenntnisse" zu vergeben. Das ist völlig inakzeptabel, denn damit werden die pflegebedürftigen Menschen reduziert auf rein körperliche Bedürfnisse und die Pflege selbst auf bloße Versorgung.
Der DBfK (Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe), ver.di und der AWO-Bundesverband, um nur einige zu nennen, haben scharfe Kritik an dieser Forderung geübt und darauf hingewiesen, dass die Arbeitsplätze in der Pflege in Deutschland attraktiver gemacht werden müssen. Schnelle, konsequente und spürbare Verbesserungen der Rahmenbedingungen würden im eigenen Land eine große Reserve ausgebildeter Pflegefachkräfte erschließen und auch für Schulabgänger den Beruf interessanter machen.
Bei den jetzigen Bedingungen ist auch die Annahme, ausländische Pflegekräfte würden uns überrennen, eine Fehleinschätzung. Wer in einem anderen Land Europas, aber auch in der Ukraine, Russland, Asien oder Afrika eine Pflegeausbildung ( in der Regel akademisch!) absolviert hat und mobil ist, wird an Deutschland vorbei in solche Länder ziehen, die angemessene Bedingungen bieten, so beispielsweise die Schweiz, Skandinavien oder Australien.
Unsere Zeit (UZ)
Volker Rätzke:
Adipositas und Hartz IV
Gesundheitswesen und seine Nebenwirkungen
Unlängst ist es durch alle bürgerlichen Medien gegangen: Deutschland wird immer dicker.
Adipositas bedeutet extreme Fettleibigkeit. Bei einer Gewichtszunahme von über 15 Kilo spricht man von Adipositas. Dementsprechend kann es sich steigern zur massiven Adipositas (extremer Fettleibigkeit). Dies ist eine Krankheit, die nicht nur durch zuviel Essen entsteht, sondern vielschichtiger zu betrachten ist. Neben körperlichen bzw. organischen Erkrankungen kann auch eine seelische Erkrankung vorliegen, die zum massiven gestörten Essverhalten führt. Es hat sich einiges getan in Deutschland im Bezug auf die Probleme und Ursachen der Fettleibigkeit und deren Folgeerkrankungen. Heute werden schneller notwendige Operationen bewilligt, aber es ist oft noch so, dass an Adipositas erkrankte Menschen allein gelassen werden. Gut gemeinte, sich wiederholende Ratschläge und dümmliche Reality-Dokus helfen den Betroffenen nicht. Diese Ratschläge sind keine konkrete Hilfe, sondern verschärfen nur den Druck, unter dem adipöse Mitmenschen ständig stehen. Ein Druck, der für erkrankte adipöse Menschen oft unerträglich ist und wiederum dazu führt sich zu isolieren, in Depressionen zu verfallen und ein Null-Selbstbewusstsein zu entwickeln.
Doch wie gehen die Politik und die Mitbürger damit um? Im einfachen Umgang mit seinen Mitmenschen kommt es oft zu verbalen Demütigungen und Ausgrenzungen. Ein Satz wie: "So was wie dich hätte Adolf vergast", ist keine Seltenheit. Und die Reaktion des Betreffenden ist nicht Wut, sondern Rückzug und abnormales Essverhalten. Adipositas geht durch alle Gesellschaftsschichten. Es betrifft nicht nur Hartz-IV-Empfänger, wie die Medienlandschaft es uns gerne verkaufen will. Grundsätzlich hat die Politik immer wieder betont, dass man gegen die Fettleibigkeit - insbesondere bei Kindern - etwas machen müsste und Programme bewilligt. Aber haben sie tatsächlich irgendetwas an dem Status Quo geändert? Nein! Ein Mensch muss in der Lage sein, es sich leisten zu können, gesunde und ausgewogene Nahrung zu kaufen. Mit Hartz IV oder dem durchschnittlichen Lohnniveau, ist das bei Familien kaum möglich.
In allen umliegenden europäischen Ländern wird Adipositas als Schwerbehinderung anerkannt; nur in Deutschland nicht.
Hartz IV hat so besondere Stilblüten zutage gebracht. Am Anfang von Hartz IV gab es noch Zusatzleistungen für besondere Ernährung. Mit z. B. 34 Euro sollte man sich im Monat - zusätzlich zum Unterhaltsgeld von 345 Euro - gut und ausgewogen ernähren können. Keine zwei Jahre später wurde dies von der Arge gekippt, auf Empfehlung des Deutschen Institutes für Ernährung. Bei Nachfrage warum diese Zusatzleistung abgeschafft wurde hieß es, das Unterhaltsgeld würde reichen, um sich eine ausgewogene Ernährung leisten zu können.
In 2008 wurde gemeldet, dass die Arge Flensburg eine Arbeitsmaßnahme durchgeführt hat. Damit adipöse Menschen wieder das Arbeiten lernen sollten. Zwar wurde in dieser Maßnahme auch Ernährungsberatung angeboten, doch effektiv wurde hier diskriminiert. Wir alle wissen, wie in den Argen gearbeitet wird, ständig ist eine drohende Streichung der Gelder da.
Die Diskriminierung geht soweit, dass adipöse Menschen medizinische Zusatzleistungen für z. B. größere Betten, OP-Tische, Instrumente und anderes leisten sollen. Diese Forderungen kommen zumeist von Kliniken, die sich nicht mehr in öffentlicher Hand befinden. Uni-Kliniken wie in Lübeck, Hamburg und anderen Standorten haben diese Problematik erkannt und bieten Hilfe an. Doch wie lange noch bei der schleichenden Privatisierung des Gesundheitswesens? Medizinische Versorgung von allen erkrankten Menschen sollte Normalität sein und nicht das erkaufte Event eines Einzelnen.
Die 1968 gegründete DKP steht in der Tradition der KPD, die Adenauer zwölf Jahre zuvor verbieten ließ.
Das Ende des Sozialismus in Europa war auch für uns ein tiefer Einschnitt, von dem wir uns allmählich wieder berappeln.
Die DKP hat heute in Ost und West knapp 4000 Mitglieder, in den letzten Jahren nimmt die Zahl der Neueintritte vor allem Jüngerer zu.
Ziel der DKP ist letztlich eine sozialistische Welt, in der Ausbeutung und Krieg abgeschafft sind.
Wer sich gegen den Abbau demokratischer und sozialer Rechte und für eine friedliche Welt einsetzen will, findet seine Mitstreiter in der DKP.
Die DKP arbeitet eng mit der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend SDAJ und der Assoziation Marxistischer Studenten [1] zusammen.
Flyer und Artikel zum Herunterladen
- Die schwarz-gelbe Gesundheitsreform - Modell für die sozialreaktionäre Kapitalismusvariante
Februar 2010, UZ-Artikel von Hans-Peter Brenner - Bremer Rundschau: Gesundheit ist keine Ware (Sommer 2008)
- Gesundheit für alle - nicht nur für Reiche: Solidarität statt Privatisierung (Oktober 2007)
- Gute Pflege für alle - nicht nur für Reiche (Oktober 2007)
DKP-BetriebsInfo als PDF zum Herunterladen
- Nr. 40 - Juli 2010
- Nr. 39 - 1. Mai 2010
- Nr. 38 - März 2010
- Nr. 37 - Januar 2010
- Nr. 09/09 - November 2009
- Nr. 08/09 - Oktober 2009
- Nr. 07/09 - September 2009
- Nr. 06/09 - August 2009
- Nr. 05/09 - Juni 2009
- Extra-Ausgabe zur Betriebsversammlung im Mai 2009
- Nr. 03/09 - Mai 2009
- Nr. 02/09 - März 2009
- Nr. 01/09 - Januar 2009
- Nr. 16 - Dezember 2008
- Nr. 15 - November 2008
- Nr. 13 - Oktober 2008
- Nr. 12 - September 2008
- Nr. 11 - August 2008
- Nr. 10 - Juli 2008
- Nr. 9 - Juni 2008
- Nr. 8 - Mai 2008
- Nr. 7 - Mai 2008
- Nr. 6 - April 2008
- Nr. 5 - März 2008
- Nr. 4 - März 2008
- Nr. 3 - Februar 2008
- Nr. 2 - Februar 2008
- Nr. 1 - Januar 2008
- Nr. 11 - Dezember 2007
- Nr. 10 - November 2007
- Nr. 9 - Oktober 2007
- Nr. 8 - September 2007
Links
Siehe auch
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