Helios Kliniken

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Inhaltsverzeichnis

2017

August 2017: Helios-Ostseeklinik Damp klagte gegen ihren Betriebsrat in Sachen Schichtbesetzung

Kieler Nachrichten 24.08.2017:

Landesarbeitsgericht Kiel: Pflegekräfte müssen geschützt werden

Einigungsstelle legt Quotierung bei Helios-Klinik fest

Ein Urteil des Arbeitsgerichts Kiel besagt: Ein Arbeitgeber darf die Überlastung des Personals nicht zulassen. Geklagt hatte die Helios-Ostseeklinik Damp gegen ihren Betriebsrat. Der Beschluss des Kieler Gerichts ist noch nicht rechtskräftig. „Der Spruch einer Einigungsstelle, der eine Schichtbesetzung mit einer bestimmten Zahl von Pflegekräften für bestimmte Belegungssituationen vorschreibt, ist nicht per se rechtswidrig.“ So heißt es in einer Pressemitteilung des Landesarbeitsgerichts (LAG) Schleswig-Holstein, in der auf Nennung von Namen verzichtet wird. ...

2016

August: Helios scheitert mit Ausschlussverfahren gegen Betriebsrätin

Das Helios Klinikum Salzgitter hatte versucht, die Betriebsrätin Jana aus dem Betriebsrat auszuschließen, weil sie im April 2015 einer Krankenschwester bei der Abfassung einer Gefährdungsanzeige behilflich gewesen war. Das Arbeitsgericht Braunschweig hat in seiner Verhandlung am 9. August 2016 diesen Antrag abgewiesen. Jana habe keinen Pflichtverstoß begangen, sondern ihre Aufgaben als Betriebsrätin ordnungsgemäß wahrgenommen.

Die Gewerkschaft ver.di sieht darin eine wegweisendende Entscheidung mit bundesweiter Bedeutung. „Helios ist mit dem Versuch gescheitert, persönlichen Druck auf einzelne Betriebsratsmitglieder auszuüben, die die Personaldecke kritisieren und sich somit kritisch zu dem Geschäftsmodell des Konzerns stellen. Das ist ein wichtiges Signal für alle Beschäftigten, aber auch für die Patienten. (…) Nicht nur mit dem Verfahren gegen Jana, auch in einem weiteren Ausschlussverfahren ist Helios gescheitert. Das Amtsgericht Braunschweig lehnte es mit Beschluss vom 1. August 2016 ab, den Gewerkschaftsvertreter Jens Havemann aus dem Aufsichtsrat des Klinikums Salzgitter auszuschließen. Helios hatte diesen Ausschluss mit der Informationspolitik von Havemann über den Fall Jana begründet. (…)

Entgegen der Aussage der Klinik hat es keinen Rückruf der Gefährdungsanzeige durch die betroffene Kollegin gegeben. Ebenso wenig stimmte die Behauptung der Klinik, die Anzeige sei „inhaltlich falsch“ gewesen. 34 Patienten mit einer Pflegekraft und einer Auszubildenden, das bleiben die Fakten. Die Aussage der Klinik, es sei ja Hilfe angeboten worden, mache die Gefährdungsanzeige mitnichten falsch, sondern zeige vielmehr, wie fahrlässig das Klinikum mit Krankheitsausfällen umgehe.

ver.di Meldung 11.08.2016

siehe auch

Dossier bei Labournet

Solidaritätsflugblatt des ver.di Bezirk Süd-Ost-Niedersachsen

2014

Übersicht 2014/2012

Aus einer Pressemitteilung HELIOS schließt RHÖN Transaktion erfolgreich ab vom 28.2.2014

38 Kliniken und 11 Medizinische Versorgungszentren der RHÖN-Klinikum AG sind ab heute Teil der HELIOS Kliniken Gruppe. Mit nun insgesamt 110 Kliniken entsteht ein bundesweit aufgestellter Klinikträger, der dank modernem Qualitätsmanagement und Präsenz die Patientenversorgung flächendeckend verbessern und das Krankenhauswesen in Deutschland weiter entwickeln kann. (....) Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 110 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sechs Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin und Wuppertal, 47 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, fünf Präventionszentren und 13 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin. HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,2 Millionen Patienten, davon mehr als 1,2 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über mehr als 44.000 Betten und beschäftigt rund 68.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2013 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius.


Jede einzelne HELIOS Klinik agiert als wirtschaftliche Einheit mit einer klar definierten EBITDA-Entwicklung von drei Prozent nach dem ersten vollen Jahr der Konzernzugehörigkeit bis hin zu 15 Prozent Ziel-EBITDA nach fünf Jahren. Für die Rehabilitationskliniken gilt ein Mindestzwischenziel von 15 Prozent EBITDAR (operativer EBITDA ohne Pacht-/Mietaufwendungen).
Strategische Ziele von Helios

Im Jahr 2012 steigerte der Konzern seinen Umsatz um 20,1% auf 3.200,2 Mio € (2011: 2.664,6 Mio €).

Zu Helios gehören u.a.: Reinigungsgesellschaft Oberwald GmbH, KE Reinigungsgesellschaft mbH, KE Logistik GmbH, KE Blutspendezentrale GmbH, KTT Krankenhaus Technik Thüringen GmbH, GLD Gesellschaft für Logistik und Dienstleistungen in Kliniken mbH, Optirex Ungarn Kft und Klinikum Erfurt GmbH.

Helios steht aber auch in der Kritik:

Mitarbeiter der Fresenius -Kliniktochter Helios gehen im Streit über Gesellschaften für Servicemitarbeiter auf die Barrikaden. "Der Konzernbetriebsrat der Helios Kliniken verurteilt das immer weiter forcierte Tempo von Ausgliederungen, der Zergliederung von Unternehmen oder betrieblichen Einheiten sowie die ständigen Umstrukturierungen im Konzern", heißt es in einem Schreiben des Helios-Betriebsrats an die Geschäftsführung, das Reuters am Mittwoch vorlag. Dabei würden dann auch gleich die Löhne gesenkt.
Handeslblatt 15.08.2012

Die Helios Kliniken GmbH trennte sich 1994 von Asklepios.

Der größte Clou gelang der Fresenius-Tochter Helios durch die mehrheitliche Übernahme des Konkurrenten Rhön Klinikum AG im März 2014. Helios ist seither der größte Klinikkonzern in Europa und weltweit der zweitgrößte.

Liste der von der Rhön Klinikum AG übernommene Kliniken


September: Horst-Schmidt-Kliniken Wiesbaden: Helios kündigt Abbau von 500 Stellen an

Nach der spektakulären Übernahme der Rhön Klinikum AG durch die Helios GmbH zeigt der neue Träger den Beschäftigten der „Horst-Schmidt-Kliniken“ in Wiesbaden, wie er vorhat zu dem nach fünf Jahren erwarteten Renditeziel von 12-15% zu kommen. Von aktuell 2600 Stellen möchte Helios 500 abbauen. Zunächst werden auslaufenden befristete Verträge nicht verlängert, durch Elternzeit und Mutterschutz frei werdende Stellen nicht nachbesetzt. Typisch für Helios, dem mittlerweile mit Abstand größten Klinikkonzern in Europa, wäre ein Ausgliedern einzelner Berufsgruppen, so genanntes Outsourcing. 325 Beschäftigte in Reinigung und Wäscherei sind bereits in eine „HSK Service GmbH“ ausgegliedert.

Die „Horst-Schmidt-Kliniken“ stießen erst spät zum Rhön Konzern. 2012 gab es lange Debatten bis schließlich 49% der Anteile der Stadt veräußert wurden. Rhön baute damals 80 Stellen ab. Die KollegInnen sprechen schon jetzt von massiver, zunehmender Arbeitsbelastung. Der Betriebsrat spricht von 100.000 Überstunden allein im Jahr 2013. Einen ersten Vorgeschmack vom Unmut der KollegInnen konnte die neue Geschäftsführung um Corinna Glenz auf einer Betriebsvollversammlung am 16. Juli zu spüren bekommen: Sie mussten durch ein Spalier von Beschäftigten laufen, um zur Versammlung zu gelangen.

Zahlen sind der Fachbereichsbeilage drei 51 September 2014 in der verdi-publik entnommen

März: „Wir müssen aussortieren.“ - Helios will Stellen abbauen

Das hat ja lange gedauert. Am 28.2.2014 verkündete die Helios GmbH die vollzogene Übernahme von 38 Rhön-Kliniken und 11 Rhön-MVZ (Medizinische Versorgungszentren). Einen Tag später, am 1.3.2014, erklärte Helios-Chef Francesco DeMeo gegenüber der FAZ, dass geplant sei, Stellen abzubauen. Und zwar in der Regionalverwaltung. Bereits Anfang Dezember hieß es, Helios wolle seine Gewinnspanne von 8 auf 15% fast verdoppeln, um das für die übernommene Rhön ausgegebene Geld wieder reinzuholen. Die Frage nach dem wie ist nun beantwortet und wenig überraschend. 3,07 Milliarden Euro hat sich die Fresenius-Tochter Helios die Übernahme der Rhön Klinikum AG kosten lassen. Damit ist Helios der europaweit größte Klinikkonzern. Zwei Rhön-Kliniken in Salzgitter und Wiesbaden sollen noch dazu kommen. Dort steht die Zustimmung von Mitgesellschaftern noch aus. Konkrete Pläne für den Stellenabbau „in kleinem Maße“ gebe es noch nicht, da man sich die Kliniken bislang nicht im Detail habe anschauen können. Das klingt wenig beruhigend. Auch die Aussage, dass es in Deutschland zu viele Krankenhäuser gebe. DeMeo: „Wir müssen aussortieren.“

siehe auch

FAZ 1.3.2014: "Es gibt zu viele Krankenhäuser"

Unabhängige Betriebsgruppe Amper Kliniken Dachau 13.9.2013: Rhön Klinikum AG an Fresenius-Helios verkauft

Februar: Verdi kritisiert Entlassung von Krankenpflegeschülern bei Helios

Mit einer Klebeaktion hat die Verdi-Jugend Süd-Ostniedersachsen jetzt gegen die Personalpolitik der Helios Albert-Schweitzer-Klinik in Northeim protestiert: Mehrere hundert Aufkleber mit der Aufschrift „Ausbildung vor Rendite“ wurden am Dienstagmorgen überall in der Klinik verteilt. Laut Verdi hatte Helios kürzlich vier Krankenpflegeschülerinnen bereits nach acht Wochen gekündigt. Verdi-Sprecher Moritz-Braukmüller: „Und das, obwohl die Probezeit in der Ausbildung sechs Monate beträgt. Wir vermuten dahinter eine Sparmaßnahme.“

Artikel in der Hessischen / Niedersäschsischen Allgemeinen 5.2.14

2013

13. September 2013: Rhön Klinikum AG an Fresenius-Helios verkauft

Nun ist es soweit. Der Klinikkonzern Rhön Klinkum AG wird an die Helios GmbH, eine Tochter des Gesundheitskonzerns Fresenius, verkauft. Damit entsteht der europaweit größte Klinikkonzern mit 90.000 MitarbeiterInnen und einem Marktanteil von 6-7%. Diese Entwicklung war absehbar. Weder Rhön noch Fresenius haben aus ihrem Vorhaben ein Geheimnis gemacht.

Der erste Versuch ging daneben

War der erste Übernahmeversuch vor einem Jahr noch gescheitert, da sich direkte Konkurrenten des neuen Großkonzerns bei Rhön Anteile besorgten und letztlich die Übernahme vereitelten. Bernd Broermann, Chef des dritten großen Klinikkonzerns Asklepios und der Medizintechnik Hersteller und Rhön-Zulieferer B.Braun halten je 5% Anteile. Ein Verkauf von 90% der Aktien scheiterte so knapp. Im Juni 2013 wurde auf der Aktionärsversammlung der Rhön AG allerdings die Hürde herunter gesetzt. Gegen die Stimmen von Broermann und B.Braun. Bei der Abstimmung wurden die Stimmen von B.Braun aber nicht berücksichtigt, da sie, so Rhön Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender Eugen Münch, nicht „ordnungsgemäß legitimiert“ gewesen seien. Braun wollte das Ergebnis anfechten. Bei einer Aufsichtsratssitzung der Rhön AG am 12.9.13 wurden die Rhön-Vorstände informiert, dass es jetzt zu einem Verkauf kommt. Am Freitag, den 13.9.13, wurden die KollegInnen in den einzelnen Kliniken per Mitteilungsblatt und Informationsveranstaltungen darüber informiert.

Die Fakten – Die Beschäftigten

Der Verkauf soll zum Jahreswechsel über die Bühne gehen. Voraussetzung ist eine Zustimmung des Bundeskartellamtes. Eine Monopolstellung hätte der fusionierte Konzern so der so. Von den insgesamt 53 Rhön-Kliniken werden 43 an Helios übergeben, sowie 15 MVZ (Medizinische Versorgungszentren) und 14 Servicegesellschaften. Die restlichen 10 Rhön-Kliniken bilden dann die so genannte „neue Rhön“. Dabei handelt es sich u.a. um die Zentrale in Bad Neustadt a.d. Saale, die Universitätskliniken Gießen und Marburg, Frankfurt/Oder und Bad Berka. Dem liegen kartellrechtliche Aspekte zu Grunde. Es soll so keine regionale Vormachtstellung im steten Wettbewerb entstehen. Die „neue Rhön“ wären mit 15.000 Beschäftigten und einem Umsatz von 1 Mrd. Euro auf Platz vier der bundesdeutschen Klinikkonzerne. Sie kündigen aber bereits an, mit Helios/Rhön eng kooperieren zu wollen.

Zu Helios stoßen nun 33.000 ehemals Rhön Beschäftigte. Zusammen stehen Umsatzahlen von über 5 Mrd. Euro im Raum. Die Übernahme lässt sich Fresenius 3,07 Milliarden Euro kosten. Weitere 30 Millionen, sowie 10 Millionen von Rhön, sollen innerhalb der nächsten 5 Jahre investiert werden. Allein diese Zahlen, die die Vorstellungskraft von DurchschnittsverdienerInnen weit übersteigen, verdeutlichen, dass hier der Schritt in eine andere Liga angetreten wurde. Man möchte nun zu den ganz Großen gehören. Fresenius-Chef Ulf Schneider äußerte, der Erwerb der Rhön AG sei ein „bedeutender Schritt im weiteren Ausbau unseres Krankenhausgeschäfts.“ Wie wahr. Denn um nichts anderes als ein Geschäft handelt es sich hier. Schneider schob auch direkt hinterher, dass man nun über eine Plattform verfüge, um künftig „neue Wachstumschancen wahrzunehmen.“ Dass Fresenius-Helios bei der Durchsetzung ihrer Interessen nicht zimperlich sind, stellten sie im Juni 2012 unter Beweis, als in Folge eines Streiks bei der Helios-Servicegesellschaft Damp 1000 am Streik beteiligte KollegInnen gekündigt wurden. Nach enormem öffentlichen Protest und bundesweiten Solidarisierungen wurden die Kündigungen zwar rückgängig gemacht, aber die Gangart des Gesundheitskonzern Fresenius in puncto Rechte der Beschäftigten wurde nur allzu deutlich. In MitarbeiterInneninformationen wird ein Stellenabbau noch verneint. Fakt ist aber beispielsweise, dass bei Helios weniger Personal mehr PatientInnen versorgt als bei Rhön. Es bleibt abzuwarten, was das zukünftig für die ehemaligen Rhön-Beschäftigten bedeutet.

Die Zukunft

Von „Veränderungen“, wie es auf einer Infoveranstaltung der zur Rhön zugehörigen Amper Kliniken AG Dachau bezeichnet wurde, könnten die finanziell wenig erfolgreichen Häuser betroffen sein. Ob es sich dabei um eine Zusammenlegung einzelner Fachbereiche handelt oder um einen Abbau von Arbeitsplätzen, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Wurde bei Rhön noch eine gewisse lokale Dezentralität als organisatorischer Spielraum hoch gehalten, steht Helios für eine straffe Zentralisierung, etwa im Einkauf medizinischer Produkte. Es wird noch einiges zu verhandeln geben zwischen den neuen Partnern. Auch wurden aufgeworfene Frage nur unzureichend beantwortet. In einer MitarbeiterInneninfo von Rhön heißt es auf die Frage, ob es in den verkauften Kliniken zu Stellstreichungen kommt, folgendermaßen: „Für die Mitarbeiter die zu Fresenius Helios wechseln, haben wir einen langfristigen, starken Partner mit einem stabilen Umfeld und hervorragenden Wachstumsperspektiven.“

Wir als Beschäftigte sollten uns keinerlei Illusionen machen. Es geht um „Wachstum“, die Maximierung von Profit. Dabei waren beide Klinikkonzerne bisher sehr „erfolgreich“ und zusammen werden sie dieses Ziel kaum aus den Augen verlieren, sondern gestärkt in alle zukünftigen Auseinandersetzungen gehen. Davon müssen wir ausgehen. Privatisierung bedeutet Personalabbau, Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und Lohndumping. Aber auch wir sind zusammen stark. Jedweder Angriff auf unsere Rechte, jede weitere Verschlechterung unserer Arbeitsbedingungen, jede forcierte Lohnkürzung muss von uns vehement und solidarisch vereitelt werden.

Wir kriegen nur wofür wir kämpfen


auführliche Informationen zur Rhön-Übernahme in der Kategorie Rhön AG

2012

Einigung und Rücknahme der 1000 Kündigungen bei Helios

Nachdem im Zuge der aktuellen Tarifauseinandersetzung zwischen Helios-Tochtergesellschaft ZSP Damp und Verdi 1000 KollegInnen während eines unbefristeten Streiks gekündigt wurden, wurde nach massivem öffentlichen Protest eine Einigung erzielt. Doch zu welchem Preis?

Die ZSP Damp wird stillgelegt. Statt ihrer wird eine neue Servicegesellschaft gegründet, in welcher 800 der 1000 Betroffenen unbefristet übernommen werden sollen. Das Lohnniveau soll für 18 Monate garantiert sein. Was danach kommt, steht in den Sternen.

Für die restlichen 200 werden, ohne Einkommenseinbußen wie es heißt, in einer Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft unter kommen. Vom Lohn her werden die KollegInnen untereinander, je nach Ort ihrer Beschäftigung, aufgeteilt. Man könnte auch durchaus von Spaltung sprechen. So wird es in den Akutkliniken rückwirkend zum 1. Mai eine Erhöhung um 3,5%, sowie zwei Erhöhungen im Januar und August 2013 von je 1,4% geben. Die KollegInnen an den Rehakliniken erhalten zwar auch 3,5% mehr rückwirkend zum Mai, aber nur eine Erhöhung im Januar 2013 um 1,4%.

Beide Seiten sprechen natürlich, wie immer, von einem Erfolg. Verdi-Bundesvorstandsmitglied Ellen Pascke freut sich sogar allen Ernstes, dass „Fresenius-Helios mit diesem Abschluss die qualitativ hochwertige Leistung der Beschäftigten anerkennt". So viel Verständnis für einen (Tarif)Gegner, der mal eben 1000 Beschäftigten kündigt – weil sie bereit sind für ihre Belange zu kämpfen? Aussagen, wie die von Helios-Regionalgeschäftsführer Reschke "Es waren Tarifauseinandersetzungen, die wir als Unternehmen und ich persönlich in dieser Vehemenz noch nicht erlebt haben", legen die Vermutung nahe, dass sich die Konzernführung selbst kein schlechtes Gewissen attestieren lässt. Um deren Interessen in betrieblichen Konflikten durchzusetzen scheint jedes Mittel recht. Somit sollten wir uns nicht scheuen zukünftig ebenso zu verfahren.


siehe auch:

NDR vom 4.7.12: Tarifstreit in Damp-Kliniken beendet

Kiel: 3500 für Damp-Beschäftigte & Streikrecht

Artikel bei Indymedia vom 30.6.2012:

3500 demonstrieren in Kiel für entlassene Damp-Arbeiter_innen und zur Verteidigung des Streikrechts. An der heutigen Demonstration in Solidarität mit den 1000 Servicearbeiter_innen der Damp-Klinikgruppe, die diese Woche in Folge eines mehrtägigen Streiks noch während ihres Arbeitskampfes durch den Konzerneigentümer Fresenius-Helios entlassen worden sind, beteiligten sich in Kiel nach optimistischen Schätzungen der veranstaltenden DGB-Gewerkschaften bis zu 3500 Menschen. Die Teilnehmer_innen versammelten sich um 12 Uhr am Kieler Gewerkschaftshaus und zogen von dort zum Landeshaus, wo ab 13 Uhr eine längere Abschlusskundgebung stattfand. Weiterlesen bei Indymedia

Helios kündigt 1000 Beschäftigten während Streik

Die „Zentrale Service-Gesellschaft Damp“ (ZSP) befindet sich in Tarifverhandlungen mit verdi, nachdem sie im März diesen Jahres von Helios übernommen wurde. Die Damp-KollegInnen sind in 11 Häusern in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern beschäftigt. Verdi möchte den alten Damp-Tarifvertrag verlängern und fordert zudem eine Lohnerhöhung von 7,5%. Dies lehnt Helios ab und will eigene Verträge für Akutkliniken, Reha und Service. Die überwiegend als Reinigungskräfte und Küchenpersonal beschäftigten KollegInnen sollten so, laut verdi, je nach Stelle Lohneinbußen von bis zu mehreren Hundert Euro hinnehmen.

Daraufhin wurde vergangene Woche für einen unbefristeter Streik abgestimmt. Damp-Geschäftsführer und Helios-Finanzvorstand Jörg Reschke zu Folge wurden daher „vorsorglich“ Kündigungen an 1000 KollegInnen verschickt.

Pikanterweise wurde der Betriebsrat nicht mit einbezogen, da dieser, laut Helios, auf Grund des Streiks nicht zu beteiligen wäre. Verdi sieht in einer im Intranet veröffentlichten Ankündigung der Kündigungen eine Drohung sich nicht am Streik zu beteiligen und bezeichnet die Kündigungen als rechtswidrig. Die Gewerkschaft prüft nun eine Klage wegen Nötigung. Nach einem Bericht in der Süddeutschen Zeitung haben bereits 90 KollegInnen eine Kündigungsschutzklage eingereicht. Hunderte weitere seien in Vorbereitung.

Derzeit versucht Helios sich raus zu reden, indem man die Kündigungen damit begründet, dass es während des Streiks „an allen Standorten zu Einbußen im Servicebereich“ kommen werde – was ja auch der Sinn und Zweck eines Streiks ist. Taktisch klug ist diese Massenkündigung auch aus einem weiteren Grund nicht. Heute Nacht läuft die Frist für die Annahme der Übernahme ab, die der Gesundheitskonzern Fresenius der Rhön Klinkum AG angeboten hat. Die Fresenius-Tochter Helios würde mit der Rhön AG verschmelzen und zum europaweit größten Klinikkonzern werden. Man sollte meinen, dass man da schlechte Presse vermeiden wollen würde. So zeigt man höchstens soziale Inkompetenz und ausschließlich Profitinteresse.


Quelle: Süddeutsche Zeitung 27.6.2012

Demonstration am Samstag 30.6. in Kiel - Aufruf von verdi und NGG Streikende und Streikrecht verteidigen


Siehe auch:

2008

Carl-Friedrich-Flemming-Klinik

Die Carl-Friedrich-Flemming-Klinik in Schwerin engagiert sich für das Andenken an die Opfer der "Euthanasie" zur Zeit des Nationalsozialismus. Siehe dazu März 2008: Gedenken an die Opfer der Nazi-"Euthanasie"

Schweiz: Qualitätsindikatoren nach Vorbild von Helios

KMi (upr) 16.1.08:

Wie das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) jetzt mitteilte, führt es mit sofortiger Wirkung im Rahmen eines Pilotprojektes Qualitätsindikatoren für die Schweizer Krankenhäuser ein, die den von der Helios Kliniken GmbH entwickelten Systematik entsprechen. Die Erhebung und Veröffentlichung von medizinischen Qualitätsindikatoren ist in der vom Schweizer Parlament in der letzten Session verabschiedeten Vorlage zur Spitalfinanzierung vorgesehen. In einem ersten Schritt, so das Bundesamt, werden im Pilotprojekt Fallzahlen und Mortalitätsraten für 25 verschiedene Krankheitsgruppen pro Spital ausgewertet. Eine erste Auswertung soll im Laufe des Sommers publiziert werden. Die Umsetzung der Qualitätsindikatoren, so heißt es weiter, solle nach dem in der deutschen Privatklinikgruppe Helios Kliniken GmbH entwickelten System erfolgen. Dieses System habe den Vorteil, dass auf die in den Spitälern bereits vorhandenen Daten zurückgegriffen werden könne. ...

2007

Januar 2007: Konzerntarifvertrag

KlinikWissen.de 17.1.07:

Die Helios Kliniken GmbH und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di haben einen bundesweit gültigen Konzerntarifvertrag abgeschlossen. Der Tarifvertrag gilt nach Angaben von Helios grundsätzlich für alle Beschäftigten. Er betreffe zunächst 14.000 Mitarbeiter und werde schrittweise auf alle Kliniken übertragen. Das gaben die beiden Verhandlungsführer von Helios und ver.di heute auf einer Pressekonferenz in Berlin bekannt. Im Dezember hatten sich Helios und der Marburger Bund auf einen Konzerntarifvertrag für Ärzte geeinigt. Wie Helios betont, sei die Vergütung für Ärzte durch den Tarifvertrag mit dem Marburger Bund und die Einigung mit ver.di nun unabhängig von der Gewerkschaftszugehörigkeit konzernweit einheitlich geregelt. Die Arztgehälter würden mit Wirkung vom 1. Januar 2007 bundesweit erhöht. ...

Siehe auch

Dezember 2007: Gewerkschafter zu Schmerzensgeld an Helios-Gründer verurteilt

Hessischer Rundfunk 20.12.07:

Es geschah auf der Kundgebung am 1. Mai: Ein maskierter Gewerkschafter stellte den Milliardär Lutz Helmig symbolisch an den Pranger. Dafür hat ein Gericht dem Gründer der Helios Kliniken jetzt Schmerzensgeld zugesprochen. Das Landgericht Fulda verurteilte sechs Gewerkschafter, an den Fuldaer Unternehmer 15.000 Euro Gründer zu zahlen. Sie hätten ihn bei der Maikundgebung 2007 verunglimpft und damit seine Persönlichkeitsrechte verletzt, teilte das Gericht am Donnerstag mit. ... DGB und IG Metall ... wollen die Rechtmäßigkeit des Urteils vom Oberlandesgericht Frankfurt prüfen lassen. ... Helmig kündigte inzwischen an, auf das ihm zugesprochene Schmerzensgeld zugunsten einer gemeinnützigen Organisation zu verzichten. Voraussetzung dafür sei, dass die Beklagten wie im Urteil festgelegt, ähnliche ihn persönlich diffamierende Prangeraktionen wie am 1. Mai künftig unterließen. Helmig stellte den Beklagten die Höhe ihrer Spende frei.


Neues Deutschland 21.12.07 - zitiert bei LabourNet:

Lutz Helmig ... gehört auch die Mehrheit der Aton-Beteiligungsgesellschaft, das mit ca. 12 000 Mitarbeitern in Fulda zu den führenden Unternehmen gehört. Vom DGB wird er wegen Tarifflucht schon lange kritisiert. ... [Es wurden] sämtliche [sieben] für die Maikundgebung Verantwortlichen zur Zahlung des Schmerzensgeldes verurteilt, darunter der IG-Metall-Sekretär Ferdinand Hareter, der damalige DGB-Regions-Chef Arno Enzmann, der Polizeigewerkschafts-Kreisvorsitzende Thomas Scheunert, der osthessische Verdi-Chef Rolf Müller und der DGB-Regionsvorsitzende Frank Herrmann. ... Die verurteilten Gewerkschafter ... befürchten, dass hier ein Präzedenzfall geschaffen werden könnte. So könnte in Zukunft jede Kritik am Handeln eines Unternehmers die Gerichte beschäftigen. Denn, wo die Grenze zwischen sachlicher Kritik und Herabwürdigung der Person liegt, kann im Zweifel Gegenstand langwieriger und teuerer juristischer Auseinandersetzungen sein. So könnte ein Unternehmer schon klagen, wenn er von GewerkschafterInnen als Kapitalist bezeichnet wird.


Siehe auch


2005

Übernahme durch Fresenius

Zum Jahresende 2005 genehmigte die EU-Kommission die Übernahme von Helios durch Fresenius:

Fresenius erwirbt 93,9855% der Geschäftsanteile an Helios. Hinsichtlich der

restlichen 6,0145% der Geschäftsanteile an Helios, die von den Mitgliedern der Geschäftsführung von Helios gehalten werden, haben sich Fresenius und die geschäftsführenden Gesellschafter von Helios gegenseitig Put- und Call-Optionen

eingeräumt.
EU:Kommission: Fall Nr. COMP/M.4010 - FRESENIUS / HELIOS

Die Helios Klinik Kette wird damit zu einem Teil der Fresenius ProServe GmbH, zu der auch die Wittgensteiner Kliniken gehören.

Siehe auch

Öffentliche Förderung

Dr. med. Lutz Helmig, Gründer der Helios Kliniken GmbH, schlägt in einem Text zur Gesundheitspolitik den Verzicht auf Gemeinnützigkeit für Gesundheitsdienste vor.

Mit dem Bau eines 1.000-Betten-Klinikums in Berlin-Buch führt Helios nach eigenen Angaben das größte privat finanzierte Klinikneubauprojekt Europas durch. Der 200 Millionen € teure Neubau werde komplett ohne öffentliche Förderung finanziert, sagte der Hauptgeschäftsführer des Konzerns, Ralf Michels, dem Tagesspiegel am 24.06.04. Das nötige Kapital für den Bau erhält Helios von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Europäischen Investitionsbank, die als Non-Profit-Unternehmen der EU-Staaten verbilligte Kredite offeriert. (Helios Pressemitteilung 13.01.05, Helios Pressemitteilung 15.06.05)

In den offiziellen Berichten über die Finanzhilfen des Landes Berlin 1999-2001 und 2001-2003 taucht Helios als Empfänger auf.

Helios investierte zwischen 1998 und 2001 ca. 12 Mio. €, von denen 9 Millionen aus öffentlicher Förderung stammten und 3,0 Millionen aus Eigenmitteln (Schriftenreihe des UNI Unternehmerinstituts der ASU e.V. Band 10).

Nach Angaben von Helios sind 2003 6,8 % des Sachanlagevermögens aus pauschalen Fördermitteln finanziert worden.

Personalpolitik

Gehälter

1998 wurden die drei Kreiskrankenhäuser in Breisgau-Hochschwarzwald an Helios verkauft. Zwei Jahre später erhielten Neueingestellte 20% weniger Lohn. (Betriebszeitung der ver.di-Betriebsgruppe Charité CVK/CCM extra, Februar 2005)

Im Jahr 2005 beginnt ver.di mit Gesprächen über einen einheitlichen Konzerntarifvertrag für alle Helios-Kliniken. (ver.di Hessen, ca. Mai 2005).

Den Entgelttarifvertrag für die Helios-Klinik St. Elisabeth Hünfeld schloss ver.di im August 2005 mit einer 2,1-prozentigen Gehaltserhöhung bis Ende 2007 für 280 KlinikmitarbeiterInnen ab. Georg Schulze-Ziehaus von Verdi-Hessen erklärte gegenüber unserer Zeitung [Fuldaer Zeitung], der Abschluss „ist zwar nicht die Welt, aber immerhin gegen den Trend“. Die offizielle Wochenarbeitszeit beträgt 38,5 Stunden. (Fuldaer Zeitung 26.8.05)

Francesco De Meo, einer der Geschäftsführer der Helios-Kliniken:
"Wir orientieren die Bezahlung an Leistungen im Führungskräftebereich durch entsprechende Zielvereinbarungen. Wir sagen zum Beispiel: Wir haben das Ziel, dass bei Patientenbefragungen die Werte im nächsten Jahr um so und soviel Prozent besser werden, und wenn ihr das erreicht, bekommt ihr einen Bonus und eben mehr Geld." (Deutschlandradio 4.6.07)


Tagesspiegel 16.1.07:

Für die meisten Beschäftigten der Helios-Klinken gibt es ab sofort mehr Geld. Der Krankenhausbetreiber, der an zwei Berliner Standorten knapp 3000 Leute beschäftigt, einigte sich jetzt erstmals mit der Gewerkschaft Verdi auf einen bundesweit gültigen Tarifvertrag. Danach bekommen Ärzte bis zu 18 Prozent mehr Lohn, bei den übrigen Beschäftigten steigen die Bezüge schrittweise um bis zu 450 Euro…

Erziehung

Ärzte Zeitung 23.4.07:

Beschäftigte, die auf dem Klinikgelände und während der Arbeitszeit nicht rauchen, erhalten einen zusätzlichen Urlaubstag. ... Die Beschäftigten begrüßen das Angebot und stellen bereits in großer Zahl Anträge. Um den zusätzlichen Sonderurlaubstag zu bekommen, müssen die Mitarbeiter gegenüber der Personalabteilung eine schriftliche Erklärung unterzeichnen, dass sie nicht rauchen. Eine Kontrolle findet nicht statt. Die Regelung ist Bestandteil der zum Jahresbeginn erfolgten Tarifeinigung mit dem Marburger Bund und Verdi. Für 31 der 55 Konzernhäuser, gilt der Vertrag noch nicht. ...Das Verhalten von Ärzten und Krankenschwestern habe eine Signalfunktion. Nur eine nachgeordnete Rolle spielen die Argumente, dass Nichtraucher seltener krank sind und bei ihnen keine Arbeitszeit durch Zigarettenpausen verloren gehen. Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Erwin Sellering (SPD) nannte den Vorstoß von Helios einen "wunderbaren Anreiz für Raucher, ihr Verhalten zu überdenken".

Qualitätspolitik

Jürgen Wasem, Inhaber des Alfried-Krupp-von-Bohlen-und Halbach-Stiftungslehrstuhls für Medizinmanagement an der Universität Duisburg-Essen (Deutschlandfunk 4.6.07):

"Ich selber war anfangs sehr skeptisch und habe gedacht, die zunehmende Privatisierung, wenn der Gewinngedanke im Krankenhaus Bedeutung bekommt, bisher kann man das nicht feststellen, sondern im Gegenteil: Einige Private gehen Themen wie Qualität sehr offensiv an. Wenn Sie etwa den Helios-Konzern nehmen, das ist einer der Vorreiter, die Transparenzberichte ins Internet stellen über die Qualität in ihren Krankenhäusern. Die berichten über Komplikationsraten, Sterberaten in einer relativ offensiven Art und Weise und versuchen darüber, die Qualität im Klinikkonzern zu verbessern. Insgesamt würde ich nicht sagen, dass die Privatisierung die Qualität beeinträchtigt hat."

Siehe auch

Kooperationen, Beteiligungen

Klinikum Wuppertal GmbH

In Wuppertal betreibt Helios im Rahmen der Klinikum Wuppertal GmbH das Universitätsklinikum der Universität Witten/Herdecke.

Die Stadt Wuppertal hält einen Anteil von 5,1% an der Klinikum Wuppertal GmbH. Helios übernahm zum 1.1.2003 94,9% der Geschäftsanteile sowie 38 Mio. Schulden der GmbH. Die Stadt Wuppertal übernahm rd. 66 Mio. € der Schulden. (Pressemeldung der Stadt 25.11.02)

Der Kaufpreis wird mit 34 Mio. € angegeben (dz Corporate Finance 13.05.03 – [abzüglich der übernommenen Schulden?]). Zusätzlich hat Helios eine Finanzierungszusage von 27 Mio. € für Investitionen abgegeben.

Mit Vera Dedanwala (SPD) sitzt ein Aufsichtsratsmitglied des Helios Klinikums Wuppertal im Landtag von Nordrhein-Westfalen (Landtagsinfo).

Im Geschäftsbericht 2003 heißt es zu den günstigen Ergebnissen der Gewinn- und Verlustrechnung:

Das operative Ergebnis ist wesentlich geprägt durch Firmenwertamortisationen, insbesondere durch den Sanierungsbeitrag der Stadt Wuppertal zu Gunsten des Klinikums in Höhe von €50,8m.

Und an anderer Stelle:

Mit Beschluss der Gesellschafterversammlung wurde erstmalig seit Unternehmensgründung eine Ausschüttung in Höhe von € 4.479.000 an die Gesellschafter geleistet.

Berlin-Buch

Seit 2001 ist die Helios Kliniken GmbH alleinige Trägerin des Klinikums Berlin-Buch. In diesem Rahmen ging das Unternehmen langfristige Kooperationsverträge mit der Charité und dem Max-Delbrück-Centrum (MDC) ein. Mit dem Helios Research Center, das laut einer Pressemitteilung von Helios (16.7.04) die medizinische Forschung im Konzern koordiniert und fördert , betreibt Helios eine gemeinsame Tochtergesellschaft mit dem MDC.

Vorstandschef der Charité ist Detlev Ganten, Mitglied des Nationalen Ethikrats und ehemaliger Wissenschaftlicher Vorstand des MDC. Das MDC beschäftigt sich mit Gentechnologie, kooperiert mit der Schering AG und gehört zu 20% der Siemens AG.

Laut Geschäftsbericht der Helios Kliniken GmbH 2004 besitzt Helios 100% der L + P Berlin-Buch GmbH, 51% der TMK Berlin-Buch GmbH (ein Architekturbüro, dem die Planung des Helios Klinikums Berlin-Buch oblag) und 51 % der Berliner Gesundheitszentrum GmbH. Zu letzterem heißt es im Geschäftsbericht:

Durch Kaufvertrag vom 29. Oktober 2003 mit Wirkung zum 1. Januar 2004 wurden 51 % der Anteile an der Berliner Gesundheitszentrum GmbH erworben. Damit konnte am Standort Berlin-Buch die Poliklinik am HELIOS Klinikum Berlin-Buch in den Konzern integriert werden. Die Poliklinik ist als Einrichtung nach § 311 Abs. 2 SGB V zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassen. In ihr sind zurzeit 27 Fachärzte in 14 Fachrichtungen tätig, die die ambulante vertragsärztliche Versorgung der Patienten unter Anbindung an die medizinische Infrastruktur des HELIOS Klinikums Berlin-Buch sicherstellen.


Siehe auch

Sana

Laut e27 wurden der Berliner Gesundheitszentrum GmbH Anfang 1996 alle bestehenden ambulanten und poliklinischen Einrichtungen im Ostteil Berlins vom Land Berlin übergeben. In diesem Rahmen besteht eine Kooperation mit Sana.

Helios Mitteilung 17.12.03:

Das PARITÄTISCHE Gesundheitszentrum (PGZ) und die HELIOS Kliniken GmbH haben seit 2002 intensive Gespräche über eine tragfähige medizinische und wirtschaftliche Kooperation an diesem Standort geführt. Zu Beginn des Jahres haben beide Partner eine Zielvereinbarung über die kooperativen Inhalte und Formen der zukünftigen medizinischen Zusammenarbeit abgeschlossen und darauf aufbauend die gesellschaftsrechtliche Zusammenarbeit gegründet. Im Rahmen einer gemeinsamen Trägerschaft für die Poliklinik soll im Rahmen der neuen gesetzlichen Möglichkeiten

. die medizinische Kooperation qualitativ weiterentwickelt,
. vorhandene Leistungsverbünde ausgebaut und verstärkt werden

. und insbesondere im prä- und poststationären Bereich die Zusammenarbeit zum Wohle der Patienten als "integrierte Versorgung" aufgebaut werden.

Die Sana Gesundheitszentrum Berlin GmbH, eine Tochter der Sana Kliniken Berlin-Brandenburg GmbH, besitzt eine Beteiligung an der Poliklinik am Helios Klinikum Buch GmbH (Info der Sana Gesundheitszentrum Berlin GmbH, gelesen 8/07), an der Helios mit 51% beteiligt ist (Geschäftsbericht der Helios Kliniken GmbH 2004).


Helios kauft Anteile Sana ab

Mit Wirkung zum 1. Juli 2006 übernahm die HELIOS Kliniken GmbH vom bisherigen Minderheitenbeteiligten Sana Gesundheitszentren GmbH alle Anteile an der Poliklinik am HELIOS Klinikum Berlin-Buch und ist somit alleiniger Gesellschafter. Damit verbunden ist seit dem 1. November 2006 die Übernahme der Geschäftsführung durch Dr. rer. nat. Harald Katzberg und die Berufung von Dr. med. Monika Kaul zur Ärztlichen Leiterin. Die Poliklinik am HELIOS Klinikum Berlin-Buch war und ist integraler Bestandteil des Klinikums und leistet einen bedeutenden Anteil an der ambulanten Versorgung der Bürger und Bürgerinnen vor allem aus dem Bezirk Berlin-Pankow und dem Landkreis Barnim (Land Brandenburg). [(http://www.helioskliniken.de/de/Kliniken/Berlin-Buch/Patienten/Poliklinik_am_HELIOS_Klinikum_Berlin-Buch/index.htm Meldung auf Helios Website)]



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AOK, Medvantis, Winterthur

Zusammen mit Asklepios und der AOK führte Helios ein Modellprojekt „Qualitätsmodell Krankenhaus (QMK)“ durch, für das sie 2002 den Medvantis Forschungspreis erhielten.

Die Medvantis Medical Services GmbH, die den Forschungspreis verleiht, gehört der Winterthur Gruppe (Pressemitteilung Winterthur 11.1.02).

Die Winterthur Gruppe ist ein weltweit agierender Versicherungskonzern. Neben einem Vertreter der Schering AG sitzt ein Vertreter von Winterthur im Aufsichtsrat des Axel Springer Konzerns. Winthertur gehört zur Credit Suisse Gruppe, in deren Aufsichtsrat ein Vertreter von Bayer sitzt.

Qualitätssicherung mit Routinedaten

Im Rahmen des Projekts „Qualitätssicherung mit Routinedaten“ (QSR) erhielt Helios Zugang zu bundesweiten Abrechnungsdaten von AOK-PatientInnen mit Entlassungsdatum in den Jahren 1999 bis 2001.

Korrektur 18.7.05: Helios hat eine Auswertung mit aggregierten Daten für AOK PatientInnen von Helios Kliniken bekommen, nicht von anderen Kliniken. Zu ihren Daten haben sie einen Bundes-Benchmarkvergleich erhalten, der jedoch keine Aufschlüsselung nach Land, Krankenhaus etc. ermöglicht. Der o.g. Satz unterstellt aber, sie hätten Zugang zu Einzelfalldaten oder zu aggregierten Daten anderer Krankenhäuser, dies ist falsch.


QSR ist ein gemeinsames Forschungsprojekt des AOK-Bundesverbandes, der Helios Kliniken GmbH, des Forschungs- und Entwicklungsinstituts für das Sozial- und Gesundheitswesen Sachsen-Anhalt (FEISA) und des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

QSR verfolgt das Ziel, anhand der Abrechnungsdaten aller Kliniken ein Verfahren zu entwickeln, das einen Vergleich der Krankenhäuser bezüglich der „Ergebnisqualität“ ihrer Behandlungen ermöglicht. Die Kassenärztlichen Vereinigungen hatten ihre Daten nicht zugänglich gemacht (Ärzte Zeitung 20.6.05, AOK-Info, QSR Zwischenbericht) – [: Wer weiß, weshalb nicht?]


Im Herbst soll der Abschlußbericht des Forschungsprojekts vorliegen. „Ab 2006 soll es möglich sein, auf Knopfdruck für jedes Krankenhaus in Deutschland einen Bericht zu erstellen", sagt Lütticke [ärztlicher Berater beim AOK Bundesverband]. Dann wäre ein Ranking von Kliniken möglich. Eine Veröffentlichung wird aber nur mit Einwilligung der Kliniken möglich sein. (Ärzte Zeitung 20.6.05)

Korrektur 18.7.05: Richtig ist: Klinikberichte für Krankenhäuser sollen ab 2006 möglich sein. Ein Ranking wird aus vielen methodischen Gründen nicht möglich sein. Die Erstellung von Krankenhaus-Rankings ist also nicht nur eine Frage des Datenschutzes.


Nach Auskunft von Dr. Jürgen Lütticke (per E-Mail vom 27.6.05) enthalten die QSR-Daten keine persönlichen Angaben zum Versicherten, wie Name oder Adresse. Für die zentrale Zusammenführung der Daten aus den Landes-AOKs im WidO werden zunächst in den Landes-AOKs aus jedem Falldatensatz Name und Adresse des Versicherten gelöscht und durch eine Pseudonym-Nummer ersetzt. Somit wird ein Falldatensatz an das WIdo übermittelt, der für jeden Krankenhausaufenthalt Diagnosen, Prozeduren, Alter, Geschlecht etc. eine Pseudonym-Nummer zuordnet. Diese Nummer gestattet es, Fälle auch über mehrere Jahre hinweg, eindeutig einer Person zuzuordnen (z.B. Wiederaufnahmen, etc.). Die Pseudonymisierungs-Nummern werden in den Landes-AOKs gepflegt und bleiben lebenslang für den Versicherten stabil. Beim angewandten Pseudonymisierungsverfahren handelt es sich um ein Einweg-Verfahren. Dies bedeutet, eine Rückschlüsselung vom WIdO aus ist unmöglich. Diese Rückschlüsselung ist auch nicht nötig, da die Pseudonym-Nummer stabil bleibt und eine Zuordnung im Längsbeobachtung möglich ist.

ATON GmbH

MEDICA.de 17.10.05:

Die auf IT-Lösungen für Krankenhäuser spezialisierte Gesellschaft für Systemforschung und Dienstleistungen im Gesundheitswesen (GSD) bleibt vom Verkauf der HELIOS Kliniken GmbH an den Gesundheitskonzern Fresenius AG unberührt. ... GSD-Geschäftsführer Stefan Herm ... teilte mit, dass die GSD, eine ehemalige 100-prozentige HELIOS-Tochter, inzwischen an die Aton GmbH verkauft worden sei. Die ATON GmbH ist eine Holding mit zahlreichen Mehrheitsbeteiligungen an medizinnahen Unternehmen und steht im Besitz des HELIOS-Gründers Dr. med. Lutz Helmig, der damit auch weiter Mehrheitsgesellschafter der GSD bleibt.

Alleinvertretungsberechtigte Geschäftsführer der ATON GmbH sind Dr. Lutz M. Helmig, Rainer Bauer und Dr. Martin Kirchner. (Info der ATON GmbH, gelesen 8/07).

Schmidt-Seeger AG und REM AG

Lutz Helmig, Rainer Bauer und Martin Kirchner werden als alleinige Aufsichtsratsmitglieder der Schmidt-Seeger AG genannt, einer 100%-igen Tochter der ATON GmbH, die sich mit Herstellung, Bearbeitung und Vertrieb von Maschinen und Anlagen befasst, insbesondere im Zusammenhang mit Getreide. Vorstandsvorsitzender der Schmidt-Seeger AG ist Dr. Günter Fenneberg (Info der Schmidt-Seeger AG, gelesen 8/07). Der Name Dr. Günther Fenneberg wird in einer Pressemitteilung der REM AG vom 24.1.07 genannt:

Erfolgreiche Beratereinsätze haben leider immer wieder auch eine Kehrseite der Medaille: Herr Dr. Günther Fenneberg, der das REM Büro München in den letzten drei Jahren sehr erfolgreich leitete, hat zum Jahresbeginn die Aufgabe des Vorstandsvorsitzenden bei einem unserer Kunden übernommen.

Die Die REM AG ist ein Beratungsunternehmen, das für die nachhaltige Ertragssteigerung von Unternehmen eintritt. (Selbstdarstellung, gelesen 8/07)

Siehe auch


Educationtrend AG

Die ATON AG ist mit 90% an der Educationtrend AG beteiligt (Info der ATON GmbH, gelesen 8/07). Als Aufsichtsratsvorsitzender der Educationtrend AG wird Lutz Helmig genannt ([http://www.educationtrend.com/de/home.html Info der Educationtrend AG, gelesen 8/07).

Die Educationtrend AG ist mit 26% an der Aktionslernen deutschland gmbh beiteiligt (Info der ATON GmbH, gelesen 8/07). Die Aktionslernen deutschland gmbh (Kleinschreibung im Original) bietet u.a. Ausbildungen zur Verantwortlichen Pflegefachkraft (VPF), Stations- und Heimleitung und zur/zum Qualitätsbeauftragten an.


Siehe auch


Haema AG

Die ATON AG ist mit 99,8% an der Haema AG beteiligt.

Info der ATON GmbH, gelesen 8/07:

Die Haema AG ist der größte unabhängige und privat-wirtschaftlich organisierte Blutspendedienst Deutschlands. In 16 Blutspendezentren und 15 medizinischen Laboratorien werden jedes Jahr rund 600.000 Spenden entnommen. Neben ihren Aufgaben als Einrichtung im Blutspendewesen engagiert sich die Haema erfolgreich in den Geschäftsfeldern Laboratoriumsmedizin, Krankenhaushygiene, Transfusionsmedizin, Mikrobiologie und Laborberatung.

Info der Haema AG, gelesen 8/07:

Die Haema wurde im Juni 1993 unter dem Namen Labor Diagnostika GmbH vom Freistaat Sachsen und zwei sächsischen Landkreisen gegründet. Im Oktober 2002 erfolgte die Verschmelzung mit der HAEMA Holding AG zur Haema AG.

MitarbeiterInnen der Haema AG engagieren sich im ARGE Plasmapherese e.V..

Die Haema AG besitzt 100% der Gesellschaftsanteile der Humanplasma GmbH Erfurt (Info des Vereins zur Förderung der Gesundheitswirtschaft in der Region Leipzig e.V. 18.01.06).


Ziehm Imaging GmbH

Die ATON AG ist mit 98% an der weltweit agierenden Ziehm Imaging GmbH beteiligt.

Info der ATON GmbH, gelesen 8/07:

Ziehm Imaging ist auf Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Service mobiler, digitaler Röntgenbildgebungssysteme spezialisiert.


Zu ihrer Geschichte schreibt die Ziehm Imaging GmbH (gelesen 8/08:

Im Jahre 2000 erwarb Instrumentarium Corp. die beiden Ziehm-Unternehmen in Deutschland und USA, und die Firmennamen lauteten fortan Instrumentarium Imaging Ziehm GmbH (Nürnberg) und Instrumentarium Imaging Ziehm, Inc. (Riverside, USA). Im gleichen Jahr stellte das Unternehmen auf der RSNA in Chicago, Illinois, erstmalig den Ziehm Vision C-Bogen mit einzigartiger neuer VisionCenter™ TFT-Touchscreen-Bedienkonsole vor. Im Oktober 2003 erwarb General Electric Medical Systems (GE) die Firma Instrumentarium. Um die Übernahme von Instrumentarium vollziehen zu können, musste GE den Forderungen des amerikanischen Justizministeriums Folge leisten und das Ziehm-Geschäft weltweit abstoßen. Nach Erwerb durch die ATON GmbH, eine deutsche Anlagenverwaltungsgesellschaft, schlossen sich die beiden Ziehm-Unternehmen – Instrumentarium Imaging Ziehm GmbH and Instrumentarium Imaging Ziehm, Inc. – zu einer einzigen Firma mit Namen Ziehm Imaging zusammen.


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Humaine Kliniken GmbH

Pressemitteilung Helios 20.3.06:

Die Helios Kliniken GmbH hat einen Vertrag zum Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an der Humaine Kliniken GmbH unterzeichnet. Mit dem Zukauf des erfolgreichen Klinikunternehmens verstärkt sich Helios erheblich im Bereich der akutmedizinischen Versorgung und setzt seinen Wachstumskurs im Klinikmarkt konsequent fort. ... Humaine betreibt 6 Kliniken mit akutmedizinischer Versorgung und Spezialrehabilitation in den Bereichen Neurologie, Onkologie und Traumatologie mit insgesamt 1.850 Betten, davon 1.530 im Akutbereich. Zur Gruppe gehören zwei Krankenhäuser der Schwerpunktversorgung mit jeweils rund 600 Betten. Humaine wurde im Jahr 1984 gegründet und beschäftigt ca. 2.900 Mitarbeiter. ...


Financial Times Deutschland 27.6.06:

Fresenius hatte im März angekündigt, seine Krankenhaussparte Proserve werde 60 Prozent an Humaine erwerben. Zugleich wurde eine Option auf die restlichen 40 Prozent vereinbart. "Wir werden diese Option ziehen", sagte Gaddum jetzt. Damit geht die Kette dann ganz in Fresenius-Besitz über. Humaine soll im zweiten Halbjahr dieses Jahres voll konsolidiert sein - sofern die Kartellbehörden zustimmen.


Siehe auch

Korrektur zur Verflechtung der Helios Kliniken GmbH

Am 20.08.2004 erhielt Ungesundleben von Torsten Böhmer, Abteilung PR/Marketing der Helios Kliniken GmbH, eine E-Mail mit dem Hinweis, folgende Aussage sei nicht richtig:

Asklepios, Helios und Medica Kliniken bzw. Ameos sind personell miteinander verflochten.

Seit der Firmengründung im Jahre 1994 ist nach Auskunft Torsten Böhmers die Helios Kliniken GmbH von den anderen genannten Unternehmen personell und gesellschaftsrechtlich völlig getrennt und eigenständig. Es bestehen keinerlei Verflechtungen. Die Helios Kliniken GmbH steht zu den genannten Firmen vielmehr in einem Wettbewerbsverhältnis und legt großen Wert auf die Eigenständigkeit und Selbstbestimmtheit des Unternehmens. Mehr Informationen stehen auf der Website der Helios Kliniken zur Verfügung.

Der Satz wurde daraufhin gestrichen.

Weitere Nachrichten zu Helios

September 2005: Niedrige Preise ziehen Schweizer PatientInnen an

Weil die Kosten für Herzoperationen und orthopädische Eingriffe im Vergleich zur Schweiz wesentlich niedriger liegen, schicken grosse Schweizer Krankenversicherer Halbprivat- und Privatpatienten zur Rehabilitation in deutsche Kliniken. Jetzt folgt der nächste Schritt in der Behandlung von Schweizer Patienten im Ausland: Die Krankenkasse CSS hat diese Woche mit dem Herzzentrum in Bad Krozingen und der Helios-Rosmann- Klinik in Breisach Verträge unterzeichnet. Die rund 200 000 Zusatzversicherten der CSS können kardiologische und orthopädische Eingriffe ab sofort an diesen beiden süddeutschen Kliniken durchführen lassen. ... «Eine Öffnung des Marktes auch über die Grenzen hinweg zwingt das Schweizer Gesundheitswesen zu mehr Transparenz, Effizienz und kostengünstigeren Angeboten», sagt Portmann, CSS-Chef (Neue Züricher Zeitung 11.9.05)

Februar 2006: Protestveranstaltungen in Helios-Kliniken

Aus einer Pressemitteilung von ver.di Berlin-Brandenburg 23.2.06:

Am heutigen Donnerstag werden an mehreren Klinikstandorten der HELIOS Kliniken GmbH Veranstaltungen durchgeführt, um sich mit den Kolleginnen im öffentlichen Dienst zu solidarisieren und gleichzeitig für einen Konzerntarifvertrag zu demonstrieren. ...

Die Helios Kliniken GmbH hat seit ihrer Gründung vor zehn Jahren 25 Kliniken übernommen. In dieser Zeit wurden in diesen Häusern Arbeitsplätze in vierstelliger Größenordnung durch Nichtbesetzung freiwerdender Stellen (natürliche Fluktuation), Abfindungsregelungen oder Ausgliederungen in z.T. konzerneigene Tochterfirmen abgebaut. Besonders betroffen sind u.a.: Küchen, Reinigung, Wäschereien, Logistik, Technik, Facility-Management, Pforten, Wachschutz, Physiotherapie, Ergotherapie, Labore, EDV, Pathologie, Einkauf, Lager, Apotheke oder die Personalabteilung.

Hunderte von Arbeitsverhältnissen wurden bundesweit auf konzerneigene Tochterunternehmen übergeleitet, meist in Bereichen, in denen am Markt schlechtere Lohnbedingungen vorherrschen oder gingen ganz verloren. Die Tochterunternehmen müssen sich um Aufträge aus dem eigenen Konzern in Konkurrenz zu fremden Firmen bewerben. Mitarbeiter/innen die vorher viele Jahre im öffentlichen Dienst beschäftigt waren, müssen in diesen Firmen Gehaltseinbußen von bis zu 35% hinnehmen.

Während HELIOS diese Praxis als Eingliederung betrachtet, da es sich um konzerneigene Tochterfirmen handelt, kommt dieses Vorgehen für die Beschäftigten einer Ausgliederung (Outsourcing) gleich, da der Arbeitgeber wechselt und sich die Arbeitsbedingungen zum Teil drastisch verschlechtern. Auch in der Krankenpflege ist der Personalbestand deutlich reduziert worden. Die Beschäftigten arbeiten in der Regel unter hohem Druck und nicht wenige klagen darüber, dass sie - entgegen ihrer Überzeugung und ihrem Berufsethos - teilweise Abstriche an der Qualität der Arbeit machen müssen bzw. diese nur mit übermäßigen Anstrengungen, die niemand lang durchhält, ausgleichen können.

Ziel von ver.di ist es, einen weiteren Verlust von Arbeitsplätzen zu verhindern, die Arbeitsbelastung zu begrenzen, die Arbeitssituation mit der Außendarstellung in Übereinstimmung zu bringen, das Lohnniveau zu sichern und die Beschäftigten am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens teilhaben zu lassen. Derzeit befinden sich ver.di und die HELIOS Kliniken GmbH in Verhandlungen für einen Konzerntarifvertrag. Als erstes Ergebnis wurde im Dezember 2005 ein Vorschalttarifvertrag zur Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes abgeschlossen. Dieser sieht im wesentlichen die Anwendung der Regelungen des TVöD zum Bereitschaftsdienst vor.


Dezember 2006: Der Fall Herbolzheim

Unter Mehrheitsbeteiligung von Helios gerieht die Klinik Herbolzheim an den Rand der Insolvenz. Der Kreistag von Emmendingen schützte im Dezember 2006 zwei Drittel der MitarbeiterInnen vor Erwerbslosigkeit durch Eingliederung der Klinik in das Kreiskrankenhaus Emmendingen. Die betroffenen MitarbeiterInnen erhalten darüber hinaus Einkommensverbesserungen, weil sie nach TVöD bezahlt werden.

Badische Zeitung 5.12.06:

Einstimmig hat der Kreistag gestern Nachmittag beschlossen, der Herbolzheimer Helios Klinik GmbH die Übernahme des Betriebs im Emmendinger Kreiskrankenhaus anzubieten. Landrat Hanno Hurth und die Sprecher aller Fraktionen erklärten, die Alternative zu dieser Auffang-Lösung wäre die Insolvenz der Helios-Klinik. Dies habe der Kreis im Interesse der medizinischen Versorgung und der Arbeitsplätze unbedingt vermeiden wollen.

Sollten die Gesellschafter der Helios-Klinik GmbH, zu denen auch die Stadt Herbolzheim mit 26 Prozent gehört, dem Übernahmeangebot zustimmen, haben 105 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz künftig im Kreiskrankenhaus Emmendingen. ... Grünen-Fraktionssprecher Stefan Bilharz (Kenzingen) wies darauf hin, dass sich die Übernahme von zwei Dritteln der bisher in Herbolzheim Beschäftigten auch aufs Personal des Kreiskrankenhauses auswirke: Dort bestehende Zeitverträge würden nicht verlängert. ...

Der frühere CDU-Landtagsabgeordnete und CDU-Kreisrat Alfred Haas (Emmendingen) sagte, nicht der Kreis trage den "schwarzen Peter" und lasse ihn sich auch nicht zuschieben: "Helios ist für die Misere verantwortlich".


Pressemitteilung des Landkreises Emmendingen 1.12.06:

... Da nicht alle Mitarbeiter der Helios Klinik Herbolzheim GmbH dauerhaft im Kreiskrankenhaus Emmendingen weiterbeschäftigt werden können, haben die Helios Kliniken unter Beteiligung des Landkreises Verhandlungen mit dem Betriebsrat der Helios Klinik Herbolzheim GmbH über einen Sozialplan und Interessenausgleich aufgenommen. In den Verhandlungen hat man sich auf die maßgeblichen Eckpunkte dazu geeinigt, insbesondere über das von Helios zu erbringende Finanzvolumen, aus dem auch die Abfindungen für die zu kündigenden Mitarbeiter gezahlt werden. ...

Bei Integration des Herbolzheimer Krankenhausbetriebes in das Kreiskrankenhaus Emmendingen wären zur künftigen Aufgabenerfüllung eigentlich bei strenger betriebswirtschaftlicher Betrachtungsweise nur 45 Vollzeitstellen erforderlich. Der Landkreis ist jedoch vorübergehend bereit auf so genannte Synergieeffekte zu verzichten. Der notwendige Stellenabbau soll über Ausnutzung der normalen Fluktuation erreicht werden. Für viele der übernommenen Mitarbeiter bedeutet dies eine erhebliche Verbesserung, da sie künftig wie die Beschäftigten im Kreiskrankenhaus Emmendingen nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) bezahlt werden und somit wieder Urlaubs- und Weihnachtsgeld erhalten werden.

Ver.di Südbaden 9.12.06:

Knapp zwei Millionen Euro bezahlt Helios demnach an den Landkreis für den Interessenausgleich. Mit dieser Summe werden der Sozialplan und die Abfindungen an die betroffenen 155 Helios-Mitarbeiter finanziert. ... Laut Pressemitteilung bezahlt Helios weitere 10 Millionen Euro, um die Insolvenz der Herbolzheimer Klinik abzuwenden und sie schuldenfrei wieder in den hundertprozentigen Besitz der Stadt Herbolzheim übergehen zu lassen. In den vergangenen fünf Jahren sind laut BZ-Informationen Betriebsverluste von über acht Millionen Euro entstanden. Mit den Millionenleistungen gibt Helios der Stadt Herbolzheim die Möglichkeit, die aufgelaufenen Schulden zu begleichen. ...

Die Stadt Herbolzheim werde laut Bürgermeister Schilling bei Abfindungszahlungen für die gekündigten Mitarbeiter nicht in die Pflicht genommen. Dies sei alleine Sache von Helios, so Schilling. Ungeklärt sei die Frage, ob das Land Anteile der Fördergelder in Höhe von vier Millionen Euro zurückfordere, die in den vergangenen Jahren in den Klinikbetrieb geflossen sind. ...

Vor dem Hintergrund hoher Investitionen und wirtschaftlicher Schwierigkeiten beim Betrieb des Hauses hatte die Helios-Gruppe Mitte Oktober überraschend verkündigt, ihr Engagement in Herbolzheim zu beenden und ihre Anteile am Krankenhaus in Höhe von 74 Prozent an die Stadt Herbolzheim zurückzugeben, um den Weg für ein "regionales Versorgungskonzept" frei zu machen.


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Weitere Quellen

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