Fresenius

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Fresenius ist ein weltweit tätiger Gesundheitskonzern mit Produkten und Dienstleistungen für die Dialyse, das Krankenhaus und die ambulante medizinische Versorgung von Patienten.
Zum Fresenius-Konzern gehören drei Unternehmensbereiche, die weltweit eigenverantwortlich wirtschaften und handeln: Fresenius Medical Care, Fresenius Kabi und Fresenius ProServe.
Rund um den Globus sind über 68.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Fresenius tätig, davon ein großer Teil in den USA.
(Selbstdarstellung März 2005)

In den USA führt Fresenius klinische Labortests durch und erbringt Transfusions- und Ernährungsdienstleistungen in über 1.000 eigenen Kliniken.


Rechtsform

FinanzNachrichten 13.2.06:

Die Fresenius Medical Care AG (Nachrichten/Aktienkurs) &Co. KGaA (FMC), Bad Homburg, hat die Umwandlung von Vorzugsaktien in Stammaktien und den Formwechsel des Unternehmens von einer Aktiengesellschaft in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien abgeschlossen. Das Unternehmen teilte am Montag mit, Aktienumwandlung und Formwechsel seien am Freitag abend mit der Eintragung in das Handelsregister in Hof an der Saale wirksam geworden. Damit seien alle Aktionäre der vormaligen Fresenius Medical Care AG nun Aktionäre der Fresenius Medical Care AG&Co. KGaA.


Eigentümerstruktur

  • Vermögensverwaltungsgesellschaft Nachlaß Else Kröner mbH, Bad Homburg
    67,35% der Stammaktien
  • Allianz AG, München
    9,74% der Stammaktien
  • AW-Beteiligungs GmbH, Mannheim/Ochsenfurt
    4,74% der Stammaktien – im Besitz der Südzucker AG
  • Rest der Stammaktien in Streubesitz
  • Alle Vorzugsaktien in Streubesitz

(Nach „Wem gehört die Republik? 2005“ von Rüdiger Liedtke, Eichborn Verlag, Frankf./Main Oktober 2004.)

Beteiligungen

Fresenius hat 100 – 98 %ige Tochterfirmen in Deutschland, Österreich, Ungarn, Italien, Großbritannien, Frankreich, der Türkei, Spanien, Portugal, Finnland, Dänemark, Russland, den Niederlanden, Belgien, der Tschechischen republik, der Schweiz, Polen, Rümänien, der Slowakei, Marokko, Südafrika, Slowenien, Schweden, den USA, Brasilien, Kolumbien, Venezuela, Argentinien, Mexiko, Chile, Japan, Südkorea, Taiwan, Australien, Singapur, Hongkong, China, den Philippinen, Malaysia und Thailand.

WKA - Wittgensteiner Kliniken

Eine Gesellschaft der Fresenius ProServe ist die Wittgensteiner Kliniken AG (WKA). Die WKA betreibt und managt 18 Rehabilitationskliniken und 13 Akuthäuser in Deutschland und Tschechien. Dazu kommen noch Beteiligungen an zwei Rehabilitationskliniken. (WKA Info Anfang 2005)


Siehe auch

Vamed

Fresenius ist außerdem Mehrheitsgesellschafterin der Vamed AG mit Sitz in Wien.

Die VAMED hat mehr als 250 Krankenhausbauten, Thermal- und Gesundheitszentren, Pflegeheime, Seniorenresidenzen und Kurbetriebe mit einem Gesamtvolumen von rd. 6,5 Milliarden Euro in 20 Staaten der Welt realisiert. (Selbstdarstellung Mai 2005).

Vamed war beteiligt am Aufbau von Krankenhäusern in Österreich, Deutschland, Armenien, Griechenland, Rumänien, Russland, der Slowakei, Tschechien, der Türkei, Ungarn, Weißrussland, im Irak, in Jordanien, Katar, Oman, Saudi Arabien, Syrien, Äthiopien, Gabun, Ghana, Libyen, Nigerien, China, Indonesien, Malaysien, Philippinen, Sibirien und Vietnam.

Vamed ist an der Charité Facility Management GmbH beteiligt, die seit der Jahreswende 2005/06 für die Berliner Charité nicht-medizinische Dienstleistungen erbringt.

Mit Vivantes Netzwerk für Gesundheit besteht ein Vertrag über die Bewirtschaftung der Medizintechnik.

Vamed steht in Zusammenhang mit Umbauplänen für die kommunale Klinik Bremen Mitte ("Masterplan").


Siehe auch


Vamed in Wien

Protokoll der Gemeinderatssitzung der Bundeshauptstadt Wien 24. April 2006:

GRin Dr Sigrid Pilz (Grüner Klub im Rathaus):
(...) Es ist leider wahr, dass die Kinder von Reinigungskräften und Migranten und Migrantinnen im AKH gegen die Gebühr von 250 EUR im Monat gegen Fettleibigkeit behandelt werden, und wenn sie die 250 EUR nicht bezahlt haben, dann konnten sie an dem Programm nicht teilnehmen. (...) Es ist ein Skandal, dass Sie es zulassen, dass im AKH Kinder, die mit massivem Übergewicht kämpfen, vom Personal zur Kasse gebeten werden - kein Kleingeld, große Summen! (...) Ich habe viele Eltern gesprochen, die mir berichtet haben, wie sie bar das Geld über den Tisch rücken mussten für die Honorarnoten, die sie an verschiedenen Adressen - sei es innerhalb oder außerhalb des AKH - bedecken mussten, und die Therapie war für gar nichts. (...) [Im] Bericht des Kontrollamts über die Prüfung der Technischen Direktion der Teilunternehmung im AKH (...) hat man festgestellt, dass diese Betriebsführungsgesellschaft - auch eine dieser ausgelagerten Strukturen - teurer als vergleichbare Universitätskliniken geführt wird, dass zu viel Geld investiert wurde, dass kein Überblick über die Leistungen gegeben war und dass die Erstellung eines Pflichtenheftes ausständig ist. (...) die Struktur im AKH lädt in eine Grauzone ein, in der nicht klar ist, welche Aufgaben für das Haus erbracht werden und wo Leistungen für die eigene Honorarerzielung erledigt werden. Wenn Sie nun im AKH ein Privatspital etablieren, dann wird sich herausstellen, dass man nicht einmal mehr durch die schiere Abwesenheit der Ärzteschaft feststellen kann, ob jemand für das Haus arbeitet. Denn er wird ja dann im Hause sein, und weil wir keine Dienstzeit einfordern und keine Sicherstellung darüber fordern, welche Honorare von wem wofür eingehoben werden, wird die Möglichkeit, dort auf private Interessen unter Ausnutzung der öffentlichen Ressourcen abzuzielen, ausgebaut und intensiviert, statt dass man das abstellt. (...)

GRin Ingrid Korosec (ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien):
(...) Frau Kollegin Pilz hat kurz darauf hingewiesen: Die Unstimmigkeiten und Unklarheiten in der Aufgabenver-teilung zwischen Technischem Direktor und VAMED führten dort teilweise zum völligen Stillstand technischer und baulicher Projekte. Das Kontrollamt hat dort eine Eskalation festgestellt, wodurch eine konstruktive und sachgerechte Kooperation zum Zeitpunkt der Prüfung überhaupt nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich war. (...)

GR Johann Herzog (Klub der Wiener Freiheitlichen):
(...) Im Clinch mit den VAMED-Töchtern hat sich hier Unglaubliches ergeben. Es war dies eine schlaglichtartige Beleuchtung der Zustände und Kompetenzstreitigkeiten zwischen in dem Fall AKH auf der einen Seite und eben VAMED-Töchtern auf der anderen Seite. Es hat hier Unglaubliches stattgefunden. Zwischen der Technischen Direktion und einer Gesellschaft der VAMED wurde ein Betriebsführungsvertrag vereinbart, der die gesamte technische Betriebsführung ausgegliedert hat. Im Kontrollamtsbericht ist klar ersichtlich gewesen, dass die Zusammenarbeit zwischen Direktion und VAMED seit Jahren nicht funktioniert hat und sich ungemein konfliktreich entwickelt hat. (...) Die Technische Direktion wollte ja eigentlich – im Jahr 2004 war Kündigungstermin – die Zusammenarbeit mit der VAMED beenden. Der Wiener Krankenanstaltenverbund hat aber hier nicht zugestimmt, hat von der Kündigung keinen Gebrauch gemacht. (...) Es wurden übrigens 250 Mitarbeiter ausgegliedert, was auch ein interessanter Vorgang ist – ich frage mich, was da die Gewerkschaft dazu gesagt hat –, und die Kündigung des Vertrages wurde letztendlich nicht vollzogen. (...) Ich würde meinen, wenn man solche Weichenstellungen wie die Gründung einer GmbH vollzogen hat, dann heißt das, dass solche Lösungen eine gewisse Eigengesetzlichkeit entwickeln, deren Überwindung, wie man sieht, kaum mehr möglich ist. (...)

Solve Consulting

Solve Consulting Managementberatung GmbH war bis Sommer 2006 zu 38% im Besitz von Vamed. Im Auftrag der Stadt Bremen "beriet" Solve Consulting die Stadt bei einem PPP Klinik-Neubauprojekt mit einem Volumen von 200 Millionen €. Anfang 2007 bewarb sich dann Vamed als "private partner" um das Projekt.

Die taz vom 28.2.07 berichtet:

Laut Rudolf Linzatti, Geschäftsführer von Solve Consulting, habe Solve Consulting deutlich machen wollen, dass sie "frei von Interessen eines größeren Konzerns" sei. Käufer sei ein Herr Dietrich aus Graz gewesen, den er auch seit Jahren gut kenne, sagt Linzatti, Helmut Dietrich von der AHD Hospital Project Development. Die Entflechtungswirkung dieser Aktion darf man zumindest hinterfragen. Eine kleine Google-Suche nach Herrn Dietrich nämlich führt auf Geschäftskontakte, in denen dieser sich als "Director VAMED Engineering" vorstellt. Vielleicht ist es also doch kein Zufall, dass der neue Gesellschafter der Solve-Berater sowohl in Graz wie in Berlin unter derselben Adresse firmiert wie die Firma, deren Anteile sie übernommen hatte: Vamed.

Die Nigerianische Tageszeitung BusinessDay vom 14.9.06 zeigt ein Foto, auf dem Eyitayo Lambo, Gesundheitsminister von Nigeria, Helmut Dietrich, Direktor Vamed Engineering und Siegfried Glanzing, MD Vamed einen Vertrag zwischen der nigerianischen Regierung und der Vamed Engineering Group für das University Teaching Hospitals in Abuja zu sehen sind.

Siehe auch

Helios-Kliniken

Die Financial Times Deutschland vom 14.10.05 meldet, dass Fresenius 94% der Helios Kliniken übernehmen will. Die Anteile im Wert von 1,5 Mrd. € werden der bisherigen Eigentümerfamilie Helmig abgekauft und von Fresenius über eine Anleihe und eine Kapitalerhöhung finanziert. Der Kauf muss noch vom Kartellamt genehmigt werden.

Financial Times Deutschland vom 14.10.05

"Wir haben vor, von dieser Plattform weiter zu wachsen und an dem Privatisierungsprozess teilzunehmen", sagte Fresenius-Finanzchef Stephan Sturm. Fresenius werde aber bei möglichen Zukäufen selektiv vorgehen. "Es geht um Qualität und Effizienz", sagte Sturm. Fresenius glaube, bei der Konsolidierung des Krankenhausmarktes eine erhebliche Rolle spielen zu können.

Zuvor hat Helios für die Umsiedlung seiner Hauptverwaltung und eines Rechenzentrums nach Berlin Fördermittel beantragt. Dies teilte der Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf mit. (Die Welt 13.10.05, Berliner Morgenpost 13.10.05)

Vor einigen Jahren hatte Fresenius auch Interesse an Rhön bekundet, ist aber abgeblitzt. (Stock World 14.10.05)

Anlässlich des Kaufs der Helios nimmt Fresenius über die Dresdner Bank als Joint Lead Manager Anleihen in Höhe von 1 Milliarde € auf (Handelsblatt 4.1.06)

Siehe auch


Aufsichtsrat

G.K., Aufsichtsratsvorsitzender der FMC und ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender der Fresenius AG, sitzt im Aufsichtsrat der Vereinte Versicherung AG, im Beirat des HDI Haftpflichtverbands der deutschen Industrie V.a.G., im Vorstand des Adelphi Capital Europe Fund, einem Hedge Fond auf den Cayman-Inseln, und im Verwaltungsrat der Dresdner Bank Luxemburg.

[Im Geschäftsbericht der FMC scheinen gewisse „Finanzierungsarten“ eine gewisse Rolle zu spielen. Wer hat Ahnung davon?]

G.R., bis 30.9.04 Aufsichtsratsmitglied der Fresenius AG, war bis März 2004 Vorstandsmitglied der WestLB und bis Juli 2004 Aufsichtsratsmitglied der Börse Düsseldorf AG, sitzt im Aufsichtsrat der AXA Lebensversicherung AG, der Hapag Lloyd AG und der Solvay Deutschland GmbH. Er sitzt außerdem im Aufsichtsgremium der Internationalen Universität Bremen (IUB).

Die IUB erhielt vom Land Bremen 1999 eine „Starthilfe“ von 230 Millionen DM, worüber sich RektorInnen öffentlicher Universitäten verärgert zeigten. (Pressemitteilung Senator für Bildung und Wissenschaft Bremen 5.3.99)

G.R1., der 2004 anstelle von G.R. Aufsichtsratsmitglied der Fresenius AG wurde, ist Vorstandsmitglied der Allianz AG und Vorstandsvorsitzender der Allianz-Lebensversicherungs-AG.

Die Allianz AG ist über die HypoVereinsbank mit Rhön verflochten.

U.W., Vorstandsmitglied der Fresenius AG, sitzt im Aufsichtsrat der K & C Kremsner & Consultants Unternehmensberatung AG.

R.H., Mitglied des Vorstandes der Fresenius AG, sitzt im Außenwirtschaftsausschuss der Industrie- und Handelkammer Frankfurt am Main. Dort ist auch jemand von McKinsey vertreten. (IHK-Info Stand 10/95)


Vereinigung für die Sicherheit in der Wirtschaft

Die Fresenius AG ist Mitglied in der Vereinigung für die Sicherheit in der Wirtschaft e.V. (VSW), dem auch Industrie- und Handelskammern, Unternehmerverbände, Wachdienste, Pharmaunternehmen, Banken, Konzerne wie B. Braun Melsungen, DaimlerChrysler und BASF und Unternehmensberatungen wie die Pricewaterhouse Coopers GmbH angehören. (Tätigkeitsbericht der VSW 2005)

Die Arbeit der VSW dreht sich u.a. um Dinge wie Brandschutz, Weiterbildung von Wachschutzpersonal, Datenschutz, Wirtschaftskriminalität und politische Aspekte. So sprach zum Beispiel Bernhard Falk, Vizepräsident des BKA, auf der Mitgliederversammlung der VSW über „Die Sicherheitslage in Deutschland“. Dabei erhielten die Anwesenden aus erster Hand einen …Überblick zur Gefährdungslage in Deutschland sowie den umfassenden Aktivitäten des Bundeskriminalamtes bei der Bekämpfung des islamischen [!] Terrorismus. (Tätigkeitsbericht der VSW 2005)

Laut German-Foreign Policy vom 1.6.07 hatte der VSW maßgeblichen Einfluss auf die Entstehung der "Gemeinsamen Erklärung über die Bildung einer Sicherheitspartnerschaft im Lande Rheinland-Pfalz":

Wie die Unterzeichner der "Gemeinsamen Erklärung" bekunden, wollen sie "den vertrauensvollen Dialog in Sicherheitsfragen zwischen der Landesregierung und der (...) Wirtschaft erweitern und intensivieren". Gegenstand des "Dialogs" sind "Gefährdungen durch (...) Sabotage, Extremismus und Terrorismus", heißt es in dem Dokument. Die Rubrik "Extremismus" eröffnet die Ausweitung der Kooperation auf vielfältige Formen politisch nicht gewünschter Tätigkeiten. Privatunternehmen sollen von den Sicherheitsbehörden "allgemeine Lagebilder", "Gefährdungsanalysen" und "Hinweise zur Prävention" erhalten. Im Austausch verpflichten sie sich, Informationen zur Verfügung zu stellen, "die für die jeweilige Aufgabenstellung der Sicherheitsbehörden von Bedeutung sein können". Die Formulierung überlässt es der Exekutive, über das geforderte Ausmaß staatlicher Penetration in die gesellschaftliche Öffentlichkeit nach Belieben zu befinden. Gesetzliche Einschränkungen bleiben unerwähnt. Des weiteren behalten sich die Repressionsapparate vor, "anlassbezogene Informationsgespräche zu führen". Die unterzeichnenden Wirtschaftsverbände "ermuntern die Unternehmen dazu, aktiv zu dieser Informationsübermittlung beizutragen". ...

Zusammengeschlossen sind die flächendeckend präsenten "Verbände für Sicherheit in der Wirtschaft" in der bundesweiten "Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft" (ASW). Die Organisation steht in regelmäßigem Austausch mit entsprechenden Behörden des Bundes, darunter den Geheimdiensten für Inneres (Verfassungsschutz) und Äußeres (Bundesnachrichtendienst). Auch das Bundeskriminalamt (BKA) ... ist einbezogen. Wie die ASW mitteilt, will sie "die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Staat über das bisher Erreichte hinaus aktiv weiterentwickeln" und strebt im sogenannten Sicherheitsbereich "(n)eue und intensivere Prozesse der Kooperation" an. Ziel sei die "Errichtung integrierter gemeinsamer Frühwarnstrukturen", heißt es bei der Arbeitsgemeinschaft: "Am Ende dieser Entwicklung könnte die Einrichtung eines nationalen Sicherheitsrates stehen unter Einschluss von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft."

Ins öffentliche Gespräch kamen die "Sicherheits"-Partnerschaften zwischen Privatunternehmen und Behörden, nachdem bekannt geworden war, dass MitarbeiterInnen der Deutschen Bahn AG angewiesen wurden, Reisegruppen in Richtung G8-Gipfel in Heiligendamm der Polizei melden. Siehe dazu Spiegel 30.5.07.

Nachrichten

13. September 2013: Fresenius schluckt Rhön Klinikum AG

Siehe Artikel bei Rhön Klinikum AG

Fresenius scheitert mit Riesen-Klinikkonzern aus Tochterkonzern Helios und Rhön Klinikum AG

April bis September 2012

Saddam Hussein

In einem Abschlussbericht der UN-Untersuchungskommission unter der Leitung des früheren US-Notenbankchefs Paul Volcker zum Skandal um das UN-Hilfsprogramm „Öl für Lebensmittel“, der Ende 2005 vorgelegt wurde, sind mehr als 2.200 Unternehmen aus 66 Ländern aufgeführt, die Schmiergelder an Saddam Hussein (damaliges Staatsoberhaupt des Irak) gezahlt haben sollen. Unter diesen Unternehmen: Fresenius, Braun Melsungenund die Schering AG. (N24 28.10.96, Der Tagesspiegel 30.10.05)

Das Hilfsprogramm „Öl für Lebensmittel“ sollte zwischen 1996 und 2003 die Not der unter den internationalen Sanktionen leidenden irakischen Zivilbevölkerung lindern helfen. Die Erlöse aus dem Export irakischen Öls sollten unter UN-Aufsicht für den Kauf von Lebensmitteln und Medikamenten verwandt werden. Im Rahmen dieses Programms haben rund 4.500 Unternehmen mit dem Irak Geschäftsbeziehungen unterhalten. (FAZ 28.10.05)

Volcker betonte, die Nennung einer Firma im Bericht bedeute nicht unbedingt, dass sie von illegalen Zahlungen gewusst oder sie genehmigt habe. (AG Friedensforschung der Uni Kassel 10/05)

Die Firma Fresenius Medical Care hat nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" vom 28. Okt. irreguläre Zahlungen an das Saddam- Regime eingeräumt. ... Wie das Unternehmen der Zeitung erklärte, handle es sich in diesem Fall um einen zeitlich begrenzten Vorgang, der klar gegen die Unternehmensrichtlinien verstoße. (AG Friedensforschung der Uni Kassel 10/05)

Das Unternehmen Fresenius Medical Care hatte vor einem halben Jahr interne Untersuchungen angekündigt (der Tagesspiegel berichtete vorab) – danach hat die Medizintechnik-Firma jetzt Schmiergeldzahlungen zugeben müssen, wie die „Berliner Zeitung“ meldet. Auch das Unternehmen Braun Melsungen soll in den Skandal verwickelt sein. Es gehört dem Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Ludwig-Georg Braun. Die auf Medizinprodukte spezialisierte Firma habe laut UN-Bericht fast 570.000 Dollar an Saddam gezahlt. Braun bestreitet das. (Der Tagesspiegel 30.10.05)

Die Schering AG taucht neben Fresenius und Braun Melsungen sowie weiteren Pharmaunternehmen in der Liste der 63 beteiligten bundesdeutschen Unternehmen auf, die die Taz am 3.11.05 veröffentlichte.

"Die Staatsanwälte müssen, wenn es tatsächlich einen begründeten Anfangsverdacht gibt, dann auch tätig werden", sagte der Deutschland-Vorsitzende der Anti-Korruptionsorganisation Transparency International, Hansjörg Elshorst, dem Deutschlandradio. ... Bessere Gesetze seien dazu nicht notwendig, betonte der Experte. "Das ist eine Frage der Umsetzung ... (N24 28.10.96)

9. Mai 2006: Informationen darüber, ob inzwischen eine Art „Umsetzung“ stattfindet, konnte ich nicht finden. [Wer weiß etwas?]


Siehe auch

Biopiraterie und Asbest

Die Fresenius Medical Care AG (FMC) wurde 1996 aus einem Zusammenschluss mit der W.R. Grace & Co. gegründet.

W.R. Grace & Co. besaß zusammen mit dem US-Landwirtschaftsministerium ein Patent im Zusammenhang mit dem Neem-Baum, das 2000 von einer Koalition gegen Biopiraterie, der auch die indische Research Foundation for Science, Technology and Ecology angehörte, erfolgreich angefochten wurde. (buko-kampagne gegen biopiraterie, Umweltinstitut München e.V.)

Als Rechtsnachfolger von Grace zahlte FMC 115 Millionen US-$ Schadensersatz für Asbest-bezogene Forderungen und für Steuernachforderungen gegen W.R. Grace. (Presseinformation FMC 12.2.03)

Im Verlauf dieser Rechtsstreitigkeiten wurde behauptet, der Zusammenschluss zwischen Grace und Fresenius sei in betrügerischer Absicht erfolgt, um die Verbindlichkeiten von Grace loszuwerden. (Geschäftsbericht der FMC 2004, Seite 71)

Ermittlungen der US-Justiz

Im April 2005 forderten US-Justizbehörden unter Strafandrohung von der Fresenius Medical Care Holdings, Inc. (FMCH), einer US-amerikanischen Tochtergesellschaft der FMC, Unterlagen unter anderem über klinische Qualitätsprogramme, Aktivitäten zur Geschäftsentwicklung, Vergütungen für Klinikleiter und Beziehungen mit Ärzten . (BiotechPro 6.4.05, PortalDB24 6.4.05)

Im Geschäftsbericht der FMC 2004 heißt es dazu, von besonderem Interesse seien hierbei Unterlagen zu einem bestimmten Hormontest (Parathyroid Hormone – PTH) und zu Vitamin D-Therapien für Dialysepatienten . Weiter heißt es, ein nachteiliger Ausgang der Untersuchungen [könnte] eine erhebliche negative Auswirkung auf die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft sowie auf ihre Finanz- und Ertragslage haben.

2003 hatte eine Behörde der US-Regierung festgestellt, dass hunderte von Dialyse-Einrichtungen in den USA ungenügende Behandlungen, einschließlich falscher Medikationen, durchführen. Finanzanalysten schätzen, dass daraus für FMC keine größeren Gefahren drohen. (Bloomberg 27.10.04)

2000 zahlte Fresenius 486 Millionen US-$ im Zusammenhang mit überzogenen und betrügerischen Rechnungen an die staatliche Gesundheitsversorgung (Medicare). Fresenius wurde beschuldigt, über Medicare Bezahlungen für hunderttausende geschummelter Bluttests und Ernährungstherapien bezogen zu haben. (Bloomberg 27.10.04, The False Claims Act Legal Center)

Krankenhäuser in Bremen

Der Geschäftsleiter der Gesundheit Nord und des Klinikums Bremen-Ost, W.T., war zuvor Vorstand für den Geschäftsbereich Akutkrankenhaus der Wittgensteiner Kliniken AG (WKA).

E.K., bei Gesunheit Nord für den Bereich Unternehmensentwicklung zuständig, war Krankenhaus-Geschäftsführer bei der WKA. (Leuchtfeuer März 2005 – MitarbeiterInnenmagazin der Gesundheit Nord, Siegener Zeitung 4.4.03).

A.L., Kaufmännischer Geschäftsführer bei Gesundheit Nord, war Kaufmännischer Direktor der Kliniken in Bad Ems und Diez, die von der Wittgensteiner Kliniken AG betrieben wird. (WKA Info)

An den Plänen für ein 174 Mio. € Neubauprojekt des Klinikums Mitte in Bremen haben Gutachter der Solve Consulting mitgearbeitet. Nach Berichten des Fernsehmagazins buten un binnen vom 20.4.05 gehört Solve Consulting zu Vamed. Die Finanzierung dieses Projekts scheint unklar. Da das Klinikum Mitte als GmbH insolvenzfähig ist, könnte es, so eine in der Sendung geäußerte Vermutung, für Fresenius „reif geschossen“ werden. Die Bremer Gesundheitssenatorin Karin Röpke nannte diese Vermutungen kompletten Unsinn ; die Finanzierbarkeit könne durch betriebswirtschaftliche Einsparungen gesichert werden.

Streik in der Türkei

Zusammenfassende Übersetzung eines Textes der türkischen Gewerkschaft Petrol-Is, November 2006:

Seit dem 26. September bestreiken die in der Gewerkschaft Petrol-Is organisierten ArbeiterInnen das Unternehmen Novamed GmbH in der Antalya Freihandelszone.

Es handelt sich um den ersten Streik in einer türkischen Freihandelszone.

Fresenius Medical Care operiert in der Türkei seit 1996. Bei der Novamed GmbH in Antalya, einer Tochtergesellschaft von Fresenius Medical Care, arbeiten rund 300 Menschen.

Petrol-Is begann die Organisierung von Novamed-Beschäftigten im März 2005. Die damaligen Bedingungen waren folgende:

  • Es gab eine 15-minütige Kaffeepasue und eine 25-minütige Mittagspause ohne Lieferung von Essen an den Arbeitsplatz.
  • Während der Arbeitszeit war das Sprechen der KollegInnen miteinander verboten.
  • Während der Pausen war das Rauchen verboten. Vorgesetzte überprüften die Einhaltung des Verbots, indem sie an den Menschen rochen, wenn sie zum Arbeitsplatz zurückkehrten.
  • Die ArbeiterInnen wurden nicht wie menschliche Wesen behandelt, sondern als Teile des Produktionssystems. Sie wurden von Vorgesetzten permanent beschimpft.
  • Die ArbeiterInnen durften in ihrer Freizeit zwischen Arbeitstagen nicht nach Hause fahren.
  • Von Frauen wurde verlangt, dass sie zum Heiraten eine Erlaubnis einholen.
  • Verheiratete Frauen sollten Schwangerschaften mit dem Management abstimmen.

Diese inhumanen Praktiken konnten durch die Gewerkschaftsarbeit abgeschafft werden. Trotzdem ging die Repression weiter. Das Management verweigerte die Anerkennung der Gewerkschaft und versuchte, GewerkschafterInnen zur Kündigung zu bewegen.

Insbesondere durch die Unterstützung der deutschen Gewerkschaft IG BCE konnte Petrol-Is mit diesen Schwierigkeiten fertig werden.

Am 19. April 2006 konnte Petrol-Is als authorisierte Verhandlungspartnerin in Tarifverhandlungen mit dem Novamed-Management treten, die sich als sehr schwierig erwiesen. ManagerInnen von Novamed und Fresenius betrieben weiterhin anti-gewerkschaftliche Aktivitäten und drohten mit der Verlegung des Werkes.

Inzwischen wurden 50-60 neue MitarbeiterInnen eingestellt, um den möglichen Streik zu unterlaufen. Die KollegInnen streiken seit dem 26. September für ein menschenwürdiges Arbeiten und Leben. Bisher (6.12.06) scheint der Streik anzudauern.

Zur Unterstützung des Streiks organisierte LabourStart eine Online-Kampagne. - Wie ist es gelaufen?


Juni 2007: Streik geht weiter

Solidaritätserklärung der TeilnehmerInnen der bundesweiten Tagung „Chancengleichheit und Migrantinnen“, die vom Bundesverband der Migrantinnen in Deutschland e.V. vom 01.-03.06.07 in Frankfurt am Main veranstaltet wurde:

„Bei Novamed, einer Tochterfirma von Fresenius Medical Care in Antalya in der Türkei, streiken Arbeiterinnen und Arbeiter seit dem 26. September 2006. Es geht um die Anerkennung der Gewerkschaft Petrol–Is und einen Tarifvertrag, der bessere Arbeitsbedingungen ermöglicht. Fresenius ist der weltweit führende Hersteller von Dialysegeräten und –Utensilien. Es ist der erste Streik in einer Freihandelszone in der Türkei. Bei Novamed arbeiten rund 300 Kolleginnen und Kollegen. Die Verhandlungen über einen Tarifvertrag zwischen Novamed und der Gewerkschaft Petrol-Is wird seit Monaten von Seiten der Geschäftsleitung massiv blockiert. Die Arbeitsbedingungen sind geprägt von Einschränkungen und Schikanen, die unter der Menschenwürde liegen und an mittelalterliche Praktiken erinnern…“

(nach Newsletter von LabourNet 25.6.07)

September 2007: Solidaritätsaufruf von Sevgi Göyçe, Gewerkschaftssekretärin des Gewerkschaftsverbandes KESK

Siehe Novamed: Solidaritätsaufruf.

Streik in der Türkei: Stellungnahme des Unternehmens laut Agenturmeldungen

Fresenius Medical Care hat den oben genannten Behauptungen der Gewerkschaft entschieden widersprochen. Eine interne Untersuchung habe keine Hinweise auf die Richtigkeit der Aussagen ergeben. In einer Stellungnahme hat das Unternehmen darauf hingewiesen, dass die Behauptungen im Zusammenhang mit hohen Lohnforderungen der Gewerkschaft stehen. Diese hat das Unternehmen abgelehnt, da in der Region ohnehin schon überdurchschnittliche Löhne gezahlt werden. Daraufhin seien die Behauptungen aufgetaucht.


Siehe auch

Siehe auch

Siehe auch


Hinweis: Personennamen wurden gekürzt - auch innerhalb von Zitaten.